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Bahn-Umzug: Von Beust hat den Eiertanz satt

Ganz unhanseatisch schroff hat der Hamburger Senat auf die Ankündigung der Bahn reagiert, die Zentrale doch in Berlin zu lassen. Die Gespräche seien damit beendet, ließ Bürgermeister von Beust wissen.

Der Hamburger Senat hat die Gespräche mit der Deutschen Bahn abgebrochen. Das bestätigten am Freitag Bürgermeister Ole von Beust und Finanzsenator Wolfgang Peiner (beide CDU). "Wir haben beschlossen, die Gespräche zu beenden", sagte Beust. Grund dafür sei die Erklärung der Bahn gewesen, die Konzernzentrale solle in Berlin bleiben. Der Hamburger Senat hatte den Umzug in die Hansestadt zur Bedingung dafür gemacht, dass sich die Bahn an der Hafengesellschaft HHLA und der Hochbahn beteiligen kann. Ein Einstieg sei nur im Paket verhandelbar gewesen, erklärte Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust am Freitag in Hamburg.

"Bahn hatte ihre Chance"

Der Senat sei stets von einer Paketlösung ausgegangen - Mehrheitsbeteiligung der Bahn an HHLA und Hochbahn, im Gegenzug Umzug der Konzernzentrale nach Hamburg. "Nach den gestrigen Erklärungen scheint klar, dass dieses Denkmodell nicht durchzusetzen ist", sagte Beust. Der Senat wolle Spitzfindigkeiten, wie etwa eine Verlagerung "wesentlicher Teile der Zentrale" anstatt der Verlagerung der gesamten Zentrale, nicht akzeptieren.

"Ein Vorstand, der laviert, kann für uns nicht Verhandlungspartner sein", betonte Peiner. Die Bahn habe ihre Chance gehabt, Missverständnisse durch widersprüchliche Erklärungen vom Vortag auszuräumen, habe diese aber nicht genutzt. "Wir wollen uns aber nicht auf Eiereien einlassen."

DPA / DPA