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BANKEN: DAB Bank: Kaum Synergien bei Fusion mit Comdirect

Für den Münchener Online-Broker DAB Bank ist nach Einschätzung seines Vorstandschefs ein Zusammengehen mit Comdirect derzeit keine sinnvolle Strategie.

»Grundsätzlich wäre eine Fusion nur sinnvoll, wenn sie Synergien brächte und die Integrationskosten sowie die Risiken überschaubar wären«, sagte DAB-Chef Matthias Kröner in einem Interview mit der »Berliner Zeitung« (Dienstagsausgabe). Doch sein Institut arbeitet nach dem Abbau von Überkapazitäten gegenwärtig mit einer Auslastung von annähernd 100 Prozent, so dass das Synergiepotenzial einer Fusion »recht überschaubar« sein dürfte.

Konsolidierung des Marktes erwartet

Kröner rechnet aber dennoch mit einer Konsolidierung des Online-Broker-Marktes, der derzeit stark unter der anhaltenden Schwäche der Kapitalmärkte leidet. »Am Ende werden in Deutschland vielleicht zwei bis drei große Player übrig bleiben«, sagte er.

Comdirect will wohl alleine bleiben

Die HypoVereinsbank, die knapp 65 Prozent an der DAB Bank hält, spricht nach früheren Informationen aus Branchenkreisen derzeit mit europäischen Interessenten über den Verkauf ihrer Anteile an dem defizitären Online-Broker. Dabei halten Analysten auch ein Zusammengehen mit der Commerzbank-Tochter Comdirect für möglich. Allerdings hatte Comdirect-Chef Achim Kassow bereits vor Wochen ein drastisches Kostensenkungsprogramm angekündigt und betont, sein Institut benötige keinen Partner.

DAB will zurück in die Gewinnzone

DAB-Chef Kröner bekräftigte in dem Interview zudem das Ziel, 2003 wieder in die Gewinnzone zu gelangen. »Sie können sich darauf verlassen, dass wir im nächsten Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben werden - egal wie die Entwicklung an der Börse weitergeht.«