HOME

Banken-Razzia: Ex-Manager von Sal. Oppenheim unter Untreue-Verdacht

Die Kölner Staatsanwaltschaft hat am Donnerstag Büros der Privatbank Sal. Oppenheim durchsucht. Ermittelt wird gegen Ex-Manager wegen des Verdachts der Untreue. Diese hätten Kredite möglicherweise ohne ausreichende Prüfung von Sicherheiten vergeben.

Razzia bei Sal. Oppenheim: Weil mehrere frühere Verantwortliche der Bank im Verdacht der Untreue stehen, hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag die Geschäfträume der Bank in Köln und Frankfurt am Main durchsucht. Die Ermittlungen gegen die Ex-Manager laufen bereits seit März. Es sei zahlreiches Beweismaterial sichergestellt worden, das nun ausgewertet werden müsse, sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft der Nachrichtenagentur DAPD.

Berichten zufolge sollen mehrere Bankeigentümer von ihrem Geldhaus Darlehen in einer Gesamthöhe 680 Millionen Euro zu teilweise sehr günstigen Konditionen und angeblich ohne ausreichende Sicherheiten erhalten haben. Zu Einzelheiten des sichergestellten Materials wollte sich der Behördensprecher nicht äußern.

Ein Sprecher von Sal. Oppenheim erklärte, man habe der Staatsanwaltschaft die angeforderten Unterlagen zur Verfügung gestellt und die uneingeschränkte Kooperation zugesichert, damit die Untersuchungen schnell und umfassend abgeschlossen werden könnten.

Sal. Oppenheim ins Schleudern geraten

Sal. Oppenheim war mit der Finanzmarktkrise und Fehlinvestitionen ins Schleudern geraten und für eine Milliarde Euro kürzlich an die Deutsche Bank verkauft worden. 2008 musste das 221 Jahre alte Institut erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg einen Verlust von 117 Millionen Euro ausweisen. Oppenheim hatte auf das lukrative, aber risikoreiche Geschäft mit komplexen Zertifikaten gesetzt. Der Zusammenbruch von Lehman-Brothers brachte auch der Traditionsbank aus Köln Probleme. Dazu kamen schwierige Beteiligungen wie bei Arcandor, bei denen Oppenheim Geld verlor.

APN/AFP