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Beilegung des "Bananenstreits": Bananen werden billiger

Mehr als ein Jahrzehnt haben die EU und die lateinamerikanischen Länder über Einfuhrzölle für Bananen gestritten. Dabei galt die Bevorzugung von Früchten aus ehemaligen Kolonialländern in der EU längst als illegal. Nun hat man sich geeinigt - wohl auch zum Nutzen der Verbraucher.

Nach 13 Jahren haben europäische und lateinamerikanische Staaten ihren Streit über Zölle auf Bananen beigelegt. Beide Seiten unterzeichneten am Dienstag in Genf ein Abkommen, mit dem die Zölle auf die beliebten gelben Früchte aus Lateinamerika sofort von 176 Euro pro Tonne auf 148 Euro gesenkt werden. Ab 2017 soll der Zoll auf 114 Euro sinken.

Länder wie Ecuador, der größte Bananenproduzent der Welt, können nach der Einigung deutlich mehr Bananen als bisher in die EU exportieren. Davon dürften auch US-Konzerne wie Chiquita Brands International profitieren. Das Abkommen muss allerdings noch von den Regierungen ratifiziert werden.

EU bevorzugte bisher Bananen aus Ex-Kolonien

Hintergrund des Streits zwischen der EU und den Staaten aus Lateinamerika war die Vorzugsbehandlung der Bananenproduzenten aus afrikanischen und karibischen Staaten - zumeist frühere französische oder britische Kolonien - seitens der Europäischen Union. Deshalb wurde die EU 1996 vor der Welthandelsorganisation (WTO) verklagt. Die WTO entschied zugunsten der Kläger und erklärte die EU-Regelung für illegal. Die Kläger ihrerseits erhielten das Recht auf Handelssanktionen gegen die Europäische Union.

Mit der Verringerung der Zölle auf Bananen aus Lateinamerika in mehreren Schritten wird den afrikanischen und karibischen Produzenten Gelegenheit gegeben, sich den jetzt für sie härteren Wettbewerbsbedingungen anzupassen. Die Europäische Union will als Ausgleich die früheren britischen und französischen Kolonien mit nahezu 200 Millionen Euro an Hilfsgeldern unterstützen.

AP / AP
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