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Börsen auf Talfahrt: Ernste Sorge um GM und Banken

Mit Spannung erwartet die neue US-Regierung an diesem Freitag den Arbeitsmarktbericht. Schon jetzt scheint sicher, dass es kaum "gute Nachrichten" geben wird. Der Dow Jones ging am Abend abermals auf Talfahrt - ausgelöst durch ernste Sorgen um den Bankensektor und die Opel-Mutter General Motors.

Sorgen um General Motors und den Bankensektor haben die US-Börsen am Donnerstag weiter auf Talfahrt geschickt. "Die Autoindustrie wird entweder ausgelöscht oder verstaatlicht, und ähnlich ergeht es Teilen des Bankensektors - so langsam sieht es wirklich düster aus", beschrieb Fondsmanager Rick Campagna von Provident Investment Council die Stimmung am Markt. Mit Spannung werde nun der am Freitag anstehende Arbeitsmarktbericht erwartet - die US-Regierung erwartet "keine guten Nachrichten".

Der Dow Jones Industrial schloss mit minus 4,09 Prozent bei 6594,44 Zähler erstmals seit April 1997 unter 6600 Punkten. Der marktbreite S&P-500-Index fiel um 4,25 Prozent auf 682,55 Zähler und riss damit die Marke von 700 Punkten. An der Technologiebörse Nasdaq verlor der Composite-Index 4,00 Prozent auf 1299,59 Zähler. Der Nasdaq 100 büßte 3,22 Prozent auf 1074,52 Zähler ein.

GM-Aktien nur noch bei 1,86 Dollar

Aktien von General Motors (GM) sackten als einer der schwächsten Dow-Werte um 15,45 Prozent auf 1,86 Dollar ab. Der nur noch dank Staatshilfen überlebende US-Autobauer hat vor der eigenen Insolvenz gewarnt. Es bestünden grundsätzliche Zweifel, ob das Unternehmen fortgeführt werden könnte, sollte es nicht in der Lage sein, die Verluste zu beschränken und neue Barmittel zu generieren, hieß es im Jahresbericht für die US-Börsenaufsicht SEC. Analysten befürchten, dass auch die Zulieferer deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden.

Massive Verluste gab es auch erneut im Bankensektor. Citigroup-Papiere sackten zeitweise unter die Marke von einem Dollar und gingen mit minus 9,73 Prozent auf 1,02 Dollar aus dem Handel. Für JP Morgan ging es um 13,99 Prozent auf 16,60 Dollar runter und auch Bank of America-Titel gaben kräftig um 11,70 Prozent auf 3,17 Dollar nach.

Absicherung der Schulden noch teurer

Händler verwiesen auf mögliche Abstufungen der Kreditratings durch Moody’s, der Ausblick für JP Morgen wurde bereits am späten Mittwochabend gesenkt. Daraufhin stiegen die Kosten für die Absicherung der Schulden der Institute auf neue Hochstände. Wells Fargo-Titel litten mit minus 15,94 Prozent auf 8,12 Dollar besonders stark unter dem negativen Grundton der Ratingagentur. Die Verluste aus den von Wachovia übernommenen Vermögenswerten könnten die Kapitalquote belasten, so die Experten.

Der Kurs des Euro blieb im späten Handel deutlich unter 1,26 Dollar, zuletzt wurde für die Gemeinschaftswährung 1,2555 Dollar bezahlt. Am Rentenmarkt gewannen richtungsweisende zehnjährige Staatsanleihen einen ganzen und 13/32 Punkte auf 99 14/32 Punkte. Die Rendite lag bei 2,815 Prozent.

DPA / DPA