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Buchtipp: Black Box BRD

Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, steht für das System, gegen das der RAF-Terrorist Wolfgang Grams kämpft. Zwei Männer, die scheinbar nichts gemein haben. Der genauere Blick entdeckt jedoch Parallelen in diesen beiden deutschen Biographien und liefert überraschende Erkenntnisse zur jüngsten deutschen Geschichte.

Arlfred Herrhausen +++Die Deutsche Bank +++ Die RAF +++ Wolfgang Grams

Autor: Andres Veiel

Seiten: 288 Seiten, gebundene Ausgabe

Preis: 19,90 Euro

ISBN: 3-421-05468-1

Verlag: DVA, Stuttgart 2002

Der Autor

Andres Veiel, geboren 1959 in Stuttgart, studierte Psychologie in Berlin und begann parallel eine Regie- und Dramaturgieausbildung unter der Leitung des polnischen Regisseurs Krysztof Kieslowski. Seit 1990 arbeitet er an eigenen Drehbüchern und Dokumentarfilmen. Für "Black Box BRD" erhielt Andres Veiel zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, darunter den Deutschen Filmpreis in Gold 2002 und den Europäischen Filmpreis.

Das Buch

Alfred Herrhausen, Vorstandssprecher der Deutschen Bank, 1989 Opfer eines Attentats der RAF. Mörder bis heute unbekannt.
Wolfgang Grams, RAF-Terrorist, 1993 bei einem Schusswechsel mit der GSG 9 in Bad Kleinem umgekommen. Umstände noch immer mysteriös.
Zwei Männer, die scheinbar nichts miteinander gemein haben. Der genaue Blick jedoch entdeckt Parallelen zwischen diesen beiden deutschen Biographien. Weit über den gleichnamigen Film hinausgehend, wirft "Black Box BRD" ein erschreckendes Licht auf Selbstbezogenheit und Einsamkeit der Macht - in den innersten Zirkeln der Deutschen Bank ebenso wie im Kader des bundesdeutschen Linksterrorismus.
Andres Veiel hat mit Angehörigen, Freunden und Mitarbeitern von Alfred Herrhausen und Wolfgang Grams gesprochen und dabei bislang unbekannte Informationen über Leben und Sterben dieser beiden so unterschiedlichen Deutschen zu Tage gebracht und stellt deren Lebenswege gegenüber.

Die Themen

Alfred Herrhausen war einer der einflussreichsten deutschen und internationalen Bankiers der achtziger Jahre. Der ehemalige NS-Eliteschüler durchläuft eine steile Karriere, bis er an der Spitze des größten deutschen Bankhauses ankommt. In seinen letzten Lebensjahren tritt er für einen globalen Schuldenerlass ein. Durch diesen und andere Vorschläge isoliert er sich jedoch zunehmend innerhalb der Deutschen Bank. Zwei Tage vor seinem gewaltsamen Tod erklärt er seinen Rücktritt als Vorstandssprecher.
Wolfgang Grams, eine Generation jünger als Alfred Herrhausen, ist ein träumerischer, hochmusikalischer Schüler. In den siebziger Jahren entwickelt er sich zum gewaltbereiten Unterstützer der RAF, der schließlich selbst in die Illegalität abtaucht. Nach neun Jahren im Untergrund zieht er für sich den Sinn des "bewaffneten Kampfes" im Zweifel. Er trifft sich mit Freunden und seinen Eltern - um einen Ausweg aus der Isolation zu finden. Kurze Zeit später stirbt er während eines Schusswechsels in Bad Kleinem.
Es ist beklemmend, wie diese Geschichte von mutmaßlichen Tätern und Opfern in diesem politischen Kampf beschrieben wird.