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Bücher, Pizza, Medikamente Was Drohnen alles liefern können


Nicht nur Amazon möchte bald Päckchen mit Drohnen ausliefern. Auch andere Unternehmen experimentieren mit den Fluggeräten. Die ersten sollen schon im kommenden Jahr starten.
Von Daniel Bakir

Bislang sind Drohnen hauptsächlich als todbringende Kriegsgeräte bekannt: Unbemannte Flugobjekte, die vor allem die Amerikaner in Kriegsgebieten einsetzen, um Feinde mehr oder weniger gezielt zu töten. Doch schon bald könnten die Flugroboter auch für kommerzielle Zwecke massenhaft abheben. Der Handelsriese Amazon hat angekündigt, in den nächsten vier bis fünf Jahren in den USA einen Drohnen-Lieferservice zu starten. Die "Octocopter" sollen kleine, eilige Sendungen innerhalb von 30 Minuten vollautomatisch zum Empfänger bringen.

Noch befindet sich das Projekt in der Testphase und auch die Zulassung steht noch aus. Die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA erarbeitet gerade Regeln für den Flugverkehr solcher Drohnen. Auch hierzulande dürfte schon bald eine Debatte anstehen. Denn Amazon ist zwar der größte, aber bei weitem nicht der erste Konzern, der angekündigt hat, Drohnen als Lieferroboter einsetzen zu wollen. Überall auf der Welt experimentieren Unternehmen mit der neuen Technik und einige stehen bereits kurz davor, sie im Alltag einzusetzen.

Der australische Buchversender Zookal möchte schon 2014 damit beginnen, Bücher per Drohne auszuliefern. Das Zertifizierungsverfahren durch die australischen Behörden läuft bereits. Da der Einsatz von Kameras wohl verboten bleibt, müssen die Bücherdrohnen die Kunden allein per GPS-Signal finden.

In Großbritannien experimentierte die Pizzakette Domino's vor kurzem mit der Lieferung per Drohne. Die fliegenden Peperoni-Pizzen waren zwar zunächst nur ein einmaliger Marketing-Gag, zeigten aber, dass die Pizzalieferung per Drohne möglich ist.

Um mehr als Pizza geht es dem kalifornischen Start-Up Matternet. Das von den namhaften Investoren Marc Andreessen und Ben Horowitz unterstützte Projekt hat es sich zum Ziel gesetzt, in Afrika ein Drohnennetz aufzubauen, um Medikamente und Blutkonserven in entlegene Gebiete zu befördern.

Wann und in welchem Umfang die Lieferung per Drohne auch zu uns kommt, wird im Wesentlichen davon abhängen, was ökonomisch sinnvoll und rechtlich erlaubt sein wird. Zuständig für gewerbliche Genehmigungen sind bei uns die Bundesländer. Die Technik jedenfalls scheint in absehbarer Zeit nicht mehr das Hauptproblem zu sein. Polizei und Feuerwehr nutzen Drohnen in Deutschland bereits als Aufklärungsflieger bei Großveranstaltungen, zur Waldbrand-Bekämpfung, auf Großbaustellen oder zur Verkehrslenkung.

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mit DPA

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