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Bundesagentur für Arbeit: Arbeitslosenzahl steigt erstmals seit 2005

Erstmals seit acht Jahren wird 2013 die Zahl der Arbeitslosen im Jahresschnitt steigen. Das schätzt das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit. Doch schon bald ist Besserung in Sicht.

Das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit erwartet für das laufende Jahr erstmals seit acht Jahren eine Zunahme der Arbeitslosigkeit in Deutschland. Erst im kommenden Jahr sei wieder mit einem leichten Rückgang um etwa 40.000 auf 2,9 Millionen Arbeitslose im Jahresdurchschnitt zu rechnen, erklärte das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in seiner am Freitag veröffentlichten Herbstprognose. In diesem Jahr werde die Arbeitslosenzahl auf im Schnitt etwa 2,94 Millionen steigen. Das wären etwa 50.000 mehr als 2012. Einen Anstieg der Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt gab es in Deutschland zuletzt 2005, auf damals 4,86 Millionen.

Der positive Trend der vergangenen Jahre sei damit vorerst gestoppt, sagte IAB-Prognose-Chef Enzo Weber: "Um die Arbeitslosigkeit weiter zu senken, wird es vor allem auf Qualifizierung ankommen." Es gehe zudem nicht nur um Menschen, die arbeitslos gemeldet seien. "Wir haben in den letzten Jahren immer weniger Arbeitslose gehabt, aber dafür auf der anderen Seite auch mehr Menschen in kurzen und in schlecht bezahlten Jobs", sagte Weber. "Wir sollten uns um Betreuung auch dieser Menschen kümmern und ganz stark auf Weiterbildung setzen."

Erwerbstätigenzahl steigt

Trotz leicht steigender Arbeitslosenzahl rechnet das IAB mit einer Zunahme der Erwerbstätigenzahl in diesem und im nächsten Jahr um rund 240.000. Besonders stark entwickle sich dabei die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. "Da werden wir 2014 eine Rekordmarke von 29,73 Millionen Personen erreichen", errechnete Weber. "Aber das liegt im Moment nicht daran, dass besonders viele Menschen eingestellt würden, sondern das liegt daran, dass relativ wenige entlassen werden."

tkr/Reuters / Reuters