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Wegen untragbarer Zustände: Diese 89 Filialen macht Burger King jetzt dicht

Burger King kündigt seinem größten Franchisenehmer Yi-Ko - 89 Filialen müssen sofort geschlossen werden. Welche Standorte betroffen sind und was mit den Mitarbeitern passiert.

Von Daniel Bakir

89 Burger-King-Filialen müssen schließen (Symbolbild)

89 Burger-King-Filialen müssen schließen (Symbolbild)

Mangelhafte Hygiene, unterirdische Arbeitsbedingungen: Ein halbes Jahr ist es her, dass Günter Wallraff in einer TV-Reportage unhaltbare Zustände bei Burger King aufdeckte. Am Pranger: Die Yi-Ko-Holding, die als Franchisenehmer 89 Filialen der Kette in Deutschland betreibt. Burger King knöpfte sich Yi-Ko daraufhin vor, Geschäftsführer Ergün Yildiz musste gehen. Doch im Hintergrund zog der geschasste Unternehmer weiter die Fäden. Nun zog Burger King die Konsequenzen.

Die Verträge für die 89 von Yi-Ko betrieben Filialen seien fristlos gekündigt worden, erklärte der Deutschland-Chef von Burger King, Andreas Bork. Als Grund nannte er die schlechte Behandlung der Mitarbeiter und die Missachtung von Arbeitsverträgen: "Die Yi-Ko hat Urlaubsgelder und Zuschläge einbehalten, im Krankheitsfall Gehälter erst verspätet ausgezahlt", sagte Bork der "Bild".

3000 Mitarbeiter bangen

Laut Burger King dürfen die 89 Filialen ab sofort nicht mehr als Burger-King-Restaurants geöffnet werden. Die Zukunft von 3000 Mitarbeitern ist ungewiss. Man werde alles dafür tun, möglichst alle Restaurants und Arbeitsplätze zu erhalten, sagte Bork. Für konkrete Pläne sei es aber noch zu früh.

Der Versuch, die Filialen geräuschlos zu übernehmen, ist bereits gescheitert. "Natürlich haben wir versucht, mit der Yi-Ko Holding eine Übernahme der Restaurants durch einen Investor zu verhandeln, aber unser Angebot wurde abgelehnt", erklärt Burger King in einem offiziellen Statement.

Es droht ein juristisches Scharmützel: Dieter Stummel, Yi-Ko-Interims-Geschäftsführer und Anwalt von Ergün Yildiz, sagte dem "Handelsblatt", er wolle mit einer einstweiligen Verfügung vor Gericht erreichen, dass die Restaurants vorerst weitermachen können. Die Kündigung hält er für unberechtigt.

Alleine elf Filialen in München betroffen

Theoretisch könnten die jetzigen Eigentümer auch ohne Burger King weitermachen. Sie müssten dafür sämtliche Burger-King-Schriftzüge entfernen und künftig ihre eigenen Buletten verkaufen. "Wir brauchen ganz schnell Klarheit, wie es mit den einzelnen Restaurants weitergeht, damit die Beschäftigten die Klarheit haben, bei wem sie morgen, übermorgen und überübermorgen noch arbeiten", sagte Guido Zeitler von der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) der DPA.

Betroffen sind vor allem Filialen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern - davon alleine elf Filialen in München. Dazu kommen eingie Standorte in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Hier ist eine komplette Liste aller betroffenen Filialen.

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