Chiphersteller Machtkampf um Aufsichtsratsspitze von Infineon


Machtkampf um die Aufsichtsratsspitze bei der Infineon-Hauptversammlung: Der designierte Vorsitzende des Kontrollgremiums, Klaus Wucherer, und sein von Aktionären nominierter Gegenkandidat, Willi Berchtold, haben am Donnerstag in München um die Stimmen der Anteilseigner geworben.

Machtkampf um die Aufsichtsratsspitze bei der Infineon-Hauptversammlung: Der designierte Vorsitzende des Kontrollgremiums, Klaus Wucherer, und sein von Aktionären nominierter Gegenkandidat, Willi Berchtold, haben am Donnerstag in München um die Stimmen der Anteilseigner geworben.

Berchtold betonte, Chiphersteller müsse stark werden durch stabile Führung, gute Corporate Governance "und einen Neuanfang auch an der Spitze des Aufsichtsrates". Für den Fall seiner Wahl kündigte er an, mit allen Beteiligten des Aufsichtsrates eine konstruktive Zusammenarbeit zu suchen.

Wucherer betonte, der Neuanfang bei Infineon sei bereits gemacht. "Diskussionen über den Neuanfang halte ich für unnötig und gefährlich", sagte er. Dies lenke nur von der täglichen Arbeit ab. Für ihn selbst sprächen unter anderem seine Markt- und Restrukturierungserfahrung, sein Technologiewissen und seine Kontakte im wichtigen chinesischen Markt. Wucherer bekräftigte zudem, im Falle seiner Wahl nur für ein Jahr an der Spitze des Aufsichtsrates bleiben zu wollen und dann für einen neuen Kandidaten Platz zu machen.

Der scheidende Aufsichtsratschef Max Dietrich Kley sprach sich für den unter seiner Ägide nominierten Kandidaten Wucherer aus. Der jetzt eingeschlagene Weg müsse fortgesetzt werden: "Kein Neuanfang vom Neuanfang, Stabilität statt Destabilisierung", rief er den Aktionären zu.

Die Hauptversammlung wählt am Donnerstag den neuen Aufsichtsrat. Für die sechs Plätze bewerben sich sieben Kandidaten. Der Vorsitzende des Kontrollgremiums wird im Anschluss vom neuen Aufsichtsrat gewählt. Die Wahl läuft in einem einzigen Wahlgang nach dem Verhältniswahlrecht, wie Kley erklärte. Die sechs Kandidaten mit den meisten Stimmen ziehen in den Aufsichtsrat ein.

Der Machtkampf um die Aufsichtsratsspitze bei Infineon tobt seit Januar. Mitte des Monats hatte der britische Pensionsfonds Hermes Berchtold als Gegenkandidaten zu Wucherer aufgestellt. Wucherers Gegner werfen ihm vor, durch seine lange Mitgliedschaft im Aufsichtsrat an den Fehlern der Vergangenheit mit Schuld zu sein. Kritiker von Berchtold bemängeln, wichtige Kunden aus der Automobilbranche zweifelten an seiner Unabhängigkeit, da er Finanzchef beim Automobilzulieferer ZF ist. Nach Einschätzung von Aktionärsschützern sind beide Kandidaten durch den Machtkampf beschädigt.

APN APN

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker