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Großer Stellenabbau Daimler will noch mehr Stellen streichen: Rund 15.000 Mitarbeiter sollen freiwillig gehen

Daimler- Mercedes-Benz-Werk
Auch in einzelnen Produktionsbereichen will Daimler möglicherweise Stellen streichen
© Sebastian Gollnow / DPA
Laut Daimlers Personalvorstand Porth müssten etwa 15.000 Mitarbeiter freiwillig gehen, um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden. Auch Leistungen wie Spätschichtzulagen könnten gestrichen werden.

Wegen der Corona-Krise droht beim Autobauer Daimler offenbar ein noch größerer Stellenabbau als bisher bekannt. Personalvorstand Wilfried Porth schloss im Interview mit der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten" trotz einer bis 2029 geltenden Beschäftigungssicherung bei dem Konzern auch betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus. Mehr als 15.000 Mitarbeiter müssten auf freiwilliger Basis ausscheiden, damit dies vermieden werden könne.

Bislang setzt Daimler beim Stellenabbau vor allem auf Abfindungen, Altersteilzeit und Frühpensionierung. Laut "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" liegen allerdings erst rund 700 unterschriebene Verträge über solche freiwilligen Ausscheidungen vor. Intensive Trennungsgespräche starteten demnach Anfang des Monats. 

Daimler verhandelt über Sparmaßnahmen

"Die Betriebsvereinbarung zur Zukunftssicherung beschreibt den Weg, den die Sozialpartner miteinander gehen, um das gemeinsame Ziel der Beschäftigungssicherung zu erreichen", sagte Porth den Zeitungen. In der Vereinbarung stehe aber auch, dass sich die Parteien erneut zusammensetzen müssen, wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ändern.

Derzeit verhandelt Daimler mit der Arbeitnehmervertretung über Sparmaßnahmen, die betriebsbedingte Kündigungen kompensieren könnten. Die Bereitschaft der Arbeitnehmervertretung, "signifikante Sparbeiträge zuzugestehen", sei jedoch "derzeit leider nicht besonders ausgeprägt", sagte Porth.

Zulagen sollen womöglich gestrichen werden

Zur Diskussion stehen laut Porth tarifliche Vereinbarungen wie Pausenregelungen oder Spätschichtzulagen ab 14 Uhr. "Das sind alles historische Leistungen, die zum Zeitpunkt ihrer Aushandlung richtig gewesen sein mögen. Aber sie passen nicht mehr in die heutige Zeit und die heutige Kostenstruktur", sagte Porth.  

Bislang konzentrieren sich die Personalsparmaßnahmen bei Daimler vor allem auf die Verwaltung. Porth kündigte nun jedoch eine mögliche Ausweitung auch auf einzelne Produktionsbereiche an. Es könne sein, dass etwa in den Werken in Untertürkheim, Berlin sowie an Standorten einiger Tochtergesellschaften Mitarbeitern Abfindungen angeboten würden, sagte Porth.

Politik übt scharfe Kritik an Daimler

Die SPD appellierte an das Unternehmen, möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. "Das muss an erster Stelle stehen", sagte die stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion, Katja Mast, der Nachrichtenagentur AFP. Sie hoffe sehr, dass alle Beteiligten eine Lösung fänden, "damit möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden können".

Den möglichen Stellenabbau bezeichnete sie als "hart" für die Betroffenen und ihre Familien, für die Zulieferer, für Baden-Württemberg und den Automobilstandort Deutschland insgesamt.

Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger kritisierte die Konzernspitze scharf. "Es fehlt dem Daimler-Management offenbar an einer unternehmerischen Vision, um den Traditionskonzern vor dem Untergang zu bewahren", erklärte Riexinger. Die Konzernleitung solle "lieber die Ärmel hochkrempeln und aus Daimler einen nachhaltigen Mobilitätskonzern machen, der dauerhaft Arbeitsplätze sichert".

meh AFP

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