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Daimler-Chrysler: Sechs Evobus-Manager müssen gehen

Beim Omnibus-Hersteller Evobus, einer Daimler-Chrysler-Tochter, müssen nach Informationen von stern.de sechs Manager wegen Korruptionsvorwürfen gehen. Auch in Deutschland soll es Bestechungsversuche gegeben haben.

Die Korruptions-Ermittlungen der amerikanischen Börsenaufsicht SEC gegen Daimler-Chrysler führen in der Omnibussparte des Automobilkonzerns zu weitreichenden Konsequenzen: Nach Informationen des stern.de aus Konzernkreisen müssen sechs hochrangige Manager das Unternehmen verlassen, darunter mehrere Vorstände von Evobus Deutschland und Türkei.

Schon vor einigen Wochen war der Vertriebschef von Evobus aufgrund der SEC-Ermittlungen ausgeschieden. Bei Geschäften mit den Mercedes-Bussen kam es offenbar zu Bestechungen. Dabei soll es, wie es im Konzern heißt, auch Korruptionsversuche in Deutschland gegeben haben. Bei Geschäften mit Kommunen seien von den Entscheidungsträgern Vergünstigungen und Zuwendungen erwartet worden. Daimler-Chrysler bestreitet allerdings einen Zusammenhang mit den SEC-Ermittlungen. Man habe den Fall selber aufgedeckt.

Auf Grund der SEC-Ermittlungen müssen inzwischen mehr als 20 Manager den Konzern verlassen. Für Anwaltskosten und eventuelle Geldstrafen soll Daimler-Chrysler bereits rund eine Milliarde Euro bereit gestellt haben.

Daimler-Chrysler selbst läßt über eine Presseerklärung mitteilen, dass "im Rahmen einer turnusmäßigen Untersuchung seiner Geschäftsabläufe im Busbereich Unregelmäßigkeiten entdeckt worden, die zur Suspendierung von leitenden Mitarbeitern geführt haben. Die Maßnahme erfolgt mit sofortiger Wirkung." Zudem habe der Vorsitzende der Evobus-Geschäftsführung Wolfgang Diez, aus persönlichen Gründen sein Amt mit sofortiger Wirkung niedergelegt.

Evobus ist 1995 durch den Zusammenschluss von Mercedes-Benz und Setra entstanden und ist der größte Omnibus-Hersteller weltweit. Die Busse werden unter anderem im türkischen Werk Hosdere bei Istanbul gefertigt.

stern.de