Datenaffäre bei Deutscher Bank Staatsanwälte entlasten Ackermann


Gegen die Führung der Deutschen Bank wird es im Zusammenhang mit der Spitzelaffäre keine Ermittlungen geben. Die Staatsanwaltschaft hat keine Anhaltspunkte, dass Ackermann und Co. von dem Skandal gewusst haben.

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt sieht keine Anhaltspunkte für eine Verwicklung von Deutsche-Bank-Vorständen oder -Aufsichtsräten in die Spitzelaffäre bei dem Kreditinstitut. Die Ermittler lehnten am Donnerstag die Eröffnung eines Verfahrens unter anderem gegen Vorstandschef Josef Ackermann und Aufsichtsratschef Clemens Börsig ab.

Detektive sollen im Auftrag der Deutschen Bank mit unlauteren Methoden missliebige Aktionäre und eigenes Führungspersonal ausgespäht haben. Nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft gibt es hinreichende Anhaltspunkte, dass bei der Observierung gegen den Datenschutz verstoßen wurde. "Insoweit wurde ein Ermittlungsverfahren gegen die vermutlich dafür Verantwortlichen eingeleitet." Gegen wen sich das Verfahren richte, könne aus ermittlungstaktischen Gründen nicht gesagt werden. Die Deutsche Bank hatte bereits vor längerem den Leiter der Investor Relations und den Sicherheitschef entlassen.

Die Deutsche Bank hatte im Mai wegen der Affäre eine Untersuchung eingeleitet und eine externe Kanzlei beauftragt, mögliche Verstöße gegen den Datenschutz prüfen. Diese hatte in ihrem Abschlussbericht erklärt, es handele sich um vier Einzelfälle, darunter Nachforschungen über einen kritischen Aktionär im Jahr 2006, um das Motiv für dessen zahlreiche Klagen gegen das Unternehmen sowie eine eventuelle Zusammenarbeit mit dem früheren Medienunternehmer Leo Kirch herauszufinden.

Der Aktionär und eine Anwaltskanzlei aus München hatten Anzeige wegen der Nachforschungen erstattet. Die Nachforschungen gegen den Aktionär wurden nach Angaben der Deutschen Bank durch ein Gespräch zwischen Aufsichtsratschef Börsig und dem inzwischen gefeuerten Abteilungsleiter im Nachgang zur Hauptversammlung 2006 ausgelöst. Der Mitarbeiter soll dies als Auftrag verstanden haben.

Reuters/DPA/AP AP DPA Reuters

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