Bei der Deutschen Bahn beginnt die vierte Tarifrunde mit der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL). Die Gespräche sind auf fünf Tage angelegt. Ein Angebot der Bahn gab es bislang nicht. Gut möglich, dass der bundeseigene Konzern nun nachlegt. Ein Überblick.
Drohen Warnstreiks im Bahnverkehr?
Nein, den ganzen Februar über gilt in der Tarifrunde noch eine sogenannte Friedenspflicht, in der die GDL nicht zu Arbeitskämpfen aufrufen darf. Denkbar wäre höchstens, dass die Gewerkschaft eine Urabstimmung über unbefristete Streiks einleitet. Dann könnte sie im März gleich zu längeren Ausständen aufrufen, sollte bis dahin keine Lösung gefunden sein. Bisher zeichnet sich ein solches Vorgehen seitens der GDL aber nicht ab.
Worum geht es bei den Verhandlungen?
Die Gewerkschaft unter ihrem Vorsitzenden Mario Reiß fordert in der Tarifauseinandersetzung 8 Prozent mehr Geld. 3,8 Prozent davon sollen über eine Entgelterhöhung erzielt werden. Die weiteren Erhöhungen will die Gewerkschaft über Umstrukturierungen im Tarifsystem erreichen. Konkret geht es dabei etwa um die Einführung einer neuen Tarifstufe. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags soll zwölf Monate betragen.
Die Arbeitnehmerseite hatte die Bahn schon vor dem vorigen Tariftreffen in der vergangenen Woche dazu aufgerufen, ein Angebot zu machen. Das ist nicht passiert. Gut möglich, dass die Bahn nun eines vorlegen wird. Wann ist aber offen.
Wie geht es weiter?
Die beginnende Gesprächsrunde soll bis Freitag andauern. Kommen beide Seiten in dieser Zeit zu keiner Einigung, ist für die letzte Februarwoche erneut eine fünftägige Verhandlungsrunde angesetzt. Sowohl die GDL als auch die Bahn haben betont, das sei prinzipiell genug Zeit, um zu einem Kompromiss zu kommen. Sollte es bis Ende Februar trotzdem nicht klappen, könnte die Tarifrunde schnell eskalieren. Schichtungen, Arbeitskämpfe und Einschränkungen für die Fahrgäste wären dann ein wahrscheinliches Szenario.