Deutsche Bahn Ab August macht Bahnfahren wieder Spaß


Nur sieben Monate nach Einführung hat die Bahn ihr Preissystem in wesentlichen Punkten geändert. Zum 1. August kommt die alte BahnCard mit 50 Prozent Rabatt wieder, allerdings zu einem deutlich höheren Preis.

Nur sieben Monate nach Einführung hat die Bahn ihr Preissystem in wesentlichen Punkten geändert. Wie Bahn-Chef Hartmut Mehdorn am Mittwoch nach der Sitzung des Aufsichtsrats in Berlin mitteilte, kommt zum 1. August die alte BahnCard mit 50 Prozent Rabatt wieder, allerdings zu einem deutlich höheren Preis. Die Frühbucherrabatte werden auf zwei Stufen (25 und 50 Prozent) vereinfacht und gelten einheitlich bei Buchung drei Tage vor Fahrantritt - mal mit, mal ohne Wochenendbindung.

So hatte eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid eine hohe Unzufriedenheit der Passagiere mit der reformierten Tarifstruktur ergeben. Nach der im Auftrag des "Greenpeace-Magazins" durchgeführten Studie wollen fast zwei Drittel der Deutschen die alte Bahncard wiederhaben. Ebenfalls fast die Hälfte der Befragten wünscht sich ein komplett neues, verbessertes Preissystem. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die Wiedereinführung der alten Card ausdrücklich begrüßt. "Es war eine Forderung, die unser Verband von Anfang an aufgestellt hat, dass der Kundenkreis, der dieses Instrument der Preisermäßigung gerne nutzt, nicht verprellt werden darf", sagte Verbandsprecher Rainer Engel am Mittwoch im Deutschlandfunk. Vor allem für Kunden, die die Bahn flexibel nutzen wollen, sei die Wiedereinführung sinnvoll.

Die Änderungen ab August:

- Einführung einer neuen "BahnCard 50" für 200 Euro in der 2. Klasse und 400 Euro in der 1. Klasse. Ehepartner, Senioren, Schüler und Studenten bekommen die Karte künftig zum haben Preis

- Fortsetzung der aktuellen "BahnCard 25" für 50 Euro in der 2. Klasse (jetzt 60) und 100 Euro in der 1. Klasse (jetzt noch 110), kombinierbar mit anderen Rabatten noch bis zum 30. September 2004

- Umbenennung der früheren "Persönliche Netzkarte“ in "BahnCard 100“ für 3.000 beziehungsweise 5.000 Euro

- "Plan&Sparpreis“ künftig mit 50 Prozent Rabatt auf den Normalpreis für Frühbucher, wenn die Fahrt in Verbindung mit einem Wochenende steht

- "Plan&Sparpreis“ künftig mit 25 Prozent Rabatt auf den Normalpreis für Frühbucher - ohne Verbindung mit einem Wochenende

- Einheitliche Vorkaufsfrist von drei Tagen statt bisher einen, vier und sieben Tage

Zwei Drittel der Deutschen wollten die alte BahnCard zurück

Als Anlass für die erwartete Nachbesserung des erst im Dezember gestarteten Preismodells galten verfehlte Pläne im Fernverkehr. Mehdorn widersprach jedoch der Einschätzung, die Änderung sei eine persönliche Niederlage für ihn. Er argumentierte, man habe dem neuen System von Anfang an eine Bewährungsfrist gegeben. Aus der fehlenden Akzeptanz habe die Bahn Konsequenzen gezogen. Er glaube, damit das Richtige getan zu haben und hoffe, dass den Kunden das Bahnfahren wieder mehr Spaß machen werde. Eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid hatte eine hohe Unzufriedenheit der Passagiere mit der im Dezember reformierten Tarifstruktur ergeben. Nach der im Auftrag des "Greenpeace-Magazins" durchgeführten Studie wollten fast zwei Drittel der Deutschen die alte BahnCard wiederhaben. Ebenfalls fast die Hälfte der Befragten wünschten sich ein komplett neues, verbessertes Preissystem. Auch der Fahrgastverband Pro Bahn hatte die Wiedereinführung der alten Card ausdrücklich begrüßt. "Es war eine Forderung, die unser Verband von Anfang an aufgestellt hat, dass der Kundenkreis, der dieses Instrument der Preisermäßigung gerne nutzt, nicht verprellt werden darf", sagte Verbandsprecher Rainer Engel am Mittwoch im Deutschlandfunk. Vor allem für Kunden, die die Bahn flexibel nutzen wollen, sei die Wiedereinführung sinnvoll.

Fernverkehr auf der Schiene bereits rückläufig

Erst Ende Mai hatte Bahn-Chef Mehdorn erste Konsequenzen aus der andauernden Kritik an dem neuen Preissystem gezogen. Der Chef des Bereichs Personenverkehr, Christoph Franz, sowie sein Marketingvorstand Hans-Gustav Koch mussten das Unternehmen verlassen. Zudem korrigierte Mehdorn die Stornogebühr für Frühbuchertickets von bis zu 45 Euro auf nur noch 15 Euro. Aktuellen Auswertungen des Statistischen Bundesamts in Wiesbaden zufolge sind im ersten Quartal dieses Jahres die öffentlichen Verkehrsmittel auf Deutschlands Straßen und Schienen von 2,2 Prozent mehr Fahrgästen genutzt worden. Während Busse und der Schienennahverkehr zulegten, brach der Fernverkehr auf der Schiene mit minus 10,6 Prozent Fahrgäste im Vergleich zum ersten Quartal 2002 deutlich ein. Welchen Einfluss die Nutzung der Deutschen Bahn auf diesen Einbruch hatte, geht aus der Statistik des Bundesamtes jedoch nicht eindeutig hervor.


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker