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Deutsche-Bank-Chef Anshu Jain: Er spricht Deutsch

Auf der Hauptversammlung der Deutschen Bank wirbt Anshu Jain um Vertrauen – und spricht demonstrativ deutsch. Seine Botschaft: Ich bin angekommen in Deutschland. Doch es bleiben Zweifel.

Von Alexander Sturm, Frankfurt

Noch haben sich die Ränge in der Frankfurter Festhalle nicht gänzlich gefüllt, früh an diesem Morgen der ersten Hauptversammlung des Anshu Jain als Chef der Deutschen Bank, da tritt der Vorstandschef ans Rednerpult und beginnt anzukämpfen gegen seine Kritiker, Gegner und Feinde: gegen die Demonstranten, die vor den Toren Flugblätter verteilen und mit einem selbst gebastelten Panzer gegen Waffengeschäfte der Finanzindustrie protestieren, gegen die hartnäckigsten Aktivisten, die es in den Saal geschafft haben und ihn als "Krisenprofiteur" beschimpfen.

Vor allem aber gegen die Aktionäre in der Halle, die Jain ebenso wie viele andere Deutsche kritisch beäugen – denn Anshu Jain ist Inder. Ausgerechnet ein Inder, riefen die Kritiker bei seiner Berufung im vergangenen Juli, soll die Deutsche Bank zu altem Glanz führen? Ausgerechnet ein Inder, der kaum Deutsch kann, soll die prestigeträchtigste Bank des Landes, die noch dazu das "Deutsche" im Namen trägt, leiten? Dazu ein ehemaliger Investmentbanker, einer dieser als Zocker verschrienen Geldjongleure? Schon hieß es, Jain und seine Getreuen – "Anshus Army" – würden die Bank im Handstreich entern und die einst guten Sitten endgültig verderben. Knapp ein Jahr nach Jains Antritt ist es höchste Zeit, die Öffentlichkeit vom Gegenteil zu überzeugen.

Bankchef bittet um Geduld

"Sehr geehrte Damen und Herren", setzt Jain an, "ich freue mich, dass Sie alle heute gekommen sind." Es sind mehr als nur die üblichen Begrüßungsfloskeln – es ist die erste Rede Jains auf Deutsch. Nun spielt es für das operative Geschäft der Bank kaum eine Rolle, ob er deutsch oder englisch spricht, denn längst ist das Geldhaus global aufgestellt. Doch die Rede hat Symbolkraft. Es ist eine Bewerbungsrede vor der deutschen Öffentlichkeit. Sie soll sagen: Ich bin angekommen in Deutschland. Ich bin ein bodenständiger Bankchef, kein abgehobener Investmentbanker.

Und so redet Jain fließend und mit erstaunlich geringem Akzent eine gute viertel Stunde auf Deutsch, weicht hier und da vom Manuskript ab, lächelt verschmitzt in den rhetorischen Pausen, wartet und genießt den Beifall. Jain fühlt sich sichtbar wohl. Er spricht vom Kunden, der wieder im Mittelpunkt stehen müsse, von der Verankerung der Bank in Deutschland und dem langen Weg, um die Fehler der Vergangenheit zu korrigieren. "Wir brauchen einen tiefen Kulturwandel", sagt Jain, "und ich bitte Sie um ihre Geduld. Wir werden alles tun, um Ihr Vertrauen zu gewinnen."

Zum Schluss gibt es noch einige persönliche Worte: "In den vergangenen Monaten", erzählt Jain, "verbrachten meine Familie und ich viel Zeit hier in Deutschland. Wir trafen auf Freundlichkeit und Freundschaft. Das tat gut. Vielen Dank dafür. Danke auch für Ihre Geduld mit meinem Deutsch. Ich hoffe, bei der nächsten Hauptversammlung ist mein Deutsch besser."

Warme Worte reichen nicht

So viele warme Worte haben ihren Grund – und meist haben sie mit Jains Vergangenheit als ehemaligem Chef des Investmentbanking der Deutschen Bank zu tun. Rund 2,4 Milliarden Euro hat das Geldhaus schon für Prozesse zurückgelegt: etwa für Klagen von US-Kommunen, die der Bank vorwerfen, ihnen Ramschhypotheken verkauft zu haben. Ein Geschäft, mit dem Jains Investmentbanker viel Geld verdienten. Oder den Verdacht, die Deutsche Bank sei in die Manipulation des Libor-Zinssatzes verwickelt, einem Zins, von dem weltweit Finanzgeschäfte in Höhe von Hunderten von Billionen Dollar abhängen. Eine Reihe von Händlern aus internationalen Banken hatte den Zins zu ihren Gunsten beeinflusst, um Handelsgewinne zu erzielen. Sollte sich beweisen lassen, dass Jains Leute unrechtmäßig handelten und er davon wusste, droht der Bank nicht nur eine saftige Strafe, auch für Jain könnte es eng werden. Der groß angekündigte "Kulturwandel", mit dem die Deutsche Bank die Sünden der Vergangenheit abstreifen und Vertrauen zurück gewinnen will – er hat viel mit der angelsächsisch geprägten Welt des Investmentbankings zu tun. Jains Welt.

Auf der anderen Seite hat Jain die Bank jüngst nach vorne gebracht. Seine Ex-Mannen, die Investmentbanker, haben im ersten Quartal 2013 gut verdient und erheblich dazu beigetragen, dass die Bank ein sehr gutes Ergebnis einfuhr. Und vor allem dank Jains Einsatz konnte die Bank im April binnen kürzester Zeit neue Aktien platzieren und knapp drei Milliarden Euro frisches Kapital einsammeln. Nun gibt es wieder Spielraum für eine höhere Dividende, wie Co-Chef Jürgen Fitschen auf der Hauptversammlung ankündigte.

Zwei Stunden nach Jains Rede beginnen die Aktionäre und Anlegervertreter, ihre Fragen und Kritik an den Vorstand zu richten. Als erster tritt Klaus Nieding, Vize-Präsident der Anlegerschutzvereinigung DSW, ans Pult: Die Bilanz der Deutschen Bank im Kulturwandel sei durchwachsen, er zweifle an Jains Wandlung vom "Saulus zum Paulus". Jürgen Fitschen, dessen Vertrag als Co-Bankchef 2015 ausläuft, müsse länger bleiben - um sicherzustellen, dass der Kulturwandels zu Ende beschritten werde. Nieding hätte auch sagen können: Jain trauen wir nicht, er ist der falsche. Jains zähes Ringen um Vertrauen wird weitergehen - mit warmen Worten ist es nicht getan.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.