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Deutsches Jobwunder: Arbeitslosenzahl nähert sich Drei-Millionen-Marke

Das deutsche Jobwunder scheint sich auch im Juni fortzusetzen: Laut Unionsfraktionsvize Fuchs ist die Zahl der Arbeitslosen auf den tiefsten Stand seit 19 Jahren gesunken. Wirtschaftsforscher sehen im Herbst sogar die Drei-Millionen-Marke fallen.

Auch im Juni gibt es Erfreuliches vom deutschen Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist wohl erneut deutlich gesunken. Im Vergleich zu Mai sei sie um 110.000 auf 3,13 Millionen zurückgegangen, sagte Unionsfraktionsvize Michael Fuchs am Dienstag. Allerdings beruhen die Daten nicht wie von dem CDU-Politiker behauptet auf Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Laut BA sind es vielmehr Schätzungen von Banken-Volkswirten und Konjunkturforschern. Offiziell gibt die Behörde die Juni-Daten am Mittwoch bekannt.

Sollte sich die Prognose bestätigen, wären es im Jahresvergleich laut Fuchs 280.000 Arbeitslose weniger, zuletzt war die Zahl 1991 so niedrig gewesen. Bereits im Mai war die Zahl der Erwerbslosen überraschend auf ein Rekordtief gesunken - um 165.000 auf 3,242 Millionen. Das war die geringste Mai-Arbeitslosigkeit seit 17 Jahren. Die Quote nahm vor einem Monat um 0,4 Punkte auf 7,7 Prozent ab.

"Die Lage sieht in der Tat sehr gut aus auf dem Arbeitsmarkt", sagte auch Holger Schäfer vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW). Er rechnet mit einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 100.000. Hauptgrund hierfür sei der Konjunkturaufschwung der vergangenen Monate. Dadurch bleibe die Arbeitskräftenachfrage stabil. "Wenn alles so bleibt wie bisher, könnten wir im Oktober/November sogar auf unter drei Millionen Arbeitslose kommen", prognostizierte er.

Firmen suchen verstärkt Arbeitskräfte

Auch die Zahlen der Bundesagentur zur Personalnachfrage im Juni lassen weiter hoffen. Der entsprechende Stellenindex BA-X legte zum zehnten Mal in Folge zu - im Vergleich zum Mai um weitere drei auf 158 Punkte. Er liegt damit nur noch vier Punkte unter dem Wert vom Oktober 2008, als die Wirtschaftskrise ihren Anfang genommen hatte, wie die BA am Dienstag mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahresmonat verbesserte sich der BA-X um 36 Punkte.

"Die Arbeitskräftenachfrage hat sich vom krisenbedingten Einbruch nahezu erholt", erklärte die BA. Ursächlich hierfür sei vor allem die flexible Nachfrage durch die Zeitarbeit. Etwa jede dritte gemeldete Stelle am ersten Arbeitsmarkt komme derzeit aus dieser Branche. Daneben würden aber auch im Bausektor, dem Groß- und Einzelhandel sowie dem Gesundheits- und Sozialwesen Beschäftigte gesucht. Der BA-X beruht auf den aktuellen Stellenangeboten der Unternehmen. Seinen bisherigen Höchststand hatte er im Februar 2007 mit 188 Punkten, seinen tiefsten Stand im Oktober und Dezember 2004 mit jeweils 96 Punkten.

joe/DPA/APN / DPA