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"Werden wir nie wieder los": CSU-Generalsekretär empört mit Anti-Asyl-Vergleich

Verstörende Äußerungen gehören fast schon zum Job eines CSU-Generalsekretärs. Doch mit seiner Aussage, fußballspielende, in Kirchen aktive "Senegalesen" bekäme man "nie wieder los", hat es Andreas Scheuer dann doch übertrieben.

Andreas Scheuer, CSU-Generalsekretär

CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer sagt sinngemäß, Flüchtlinge, die integriert sind, kriegt man nicht wieder los

Es sei eine "bewusste Zuspitzung" gewesen, beteuert Andreas Scheuer. So kann man eine Entgleisung natürlich auch schönreden. Der CSU-Generalsekretär hatte vergangene Woche beim Regensburger Presseclub gesagt: "Das Schlimmste ist ein fußballspielender, ministrierender Senegalese. Der ist drei Jahre hier - als Wirtschaftsflüchtling. Den kriegen wir nie wieder los." Mit diesen Worten hat Scheuer eine Welle der Empörung ausgelöst. Vor ihrer Klausur am heutigen Montag steht die CSU - mal wieder - wegen einer empörenden Aussage am Pranger.

"Rassismus der CSU, der der AfD den Weg bereitet"

"Diese 'Zuspitzung' war reiner Rassismus", schrieb etwa die "Tagesspiegel"-Journalistin Dagmar Dehmer auf Twitter. Ihr Kollege Sebastian Beyer kündigte an, er werde "morgen aus der CSU austreten, einfach nur ekelhaft". Auch für den Autoren Peter Finkelgruen ist diese Einlassung ein Hinweis auf "Rassismus der CSU, der der AfD den Weg bereitet". Solche und ähnliche Kommentare häufen sich dutzendweise unter dem Tweet des CSU-Mannes.


Generalvikar wehrt sich gegen Äußerung von Andreas Scheuer

Fast schon persönlich angegriffen fühlte sich der Generalvikar des Bistums Regensburg, Michael Fuchs: Etwas mehr Differenzierung statt Sport- und Kirchenschelte wäre hilfreich, schrieb er auf Facebook. Der "Mittelbayerischen Zeitung" sagte der Kirchenmann, er sei sauer, dass die Ministrantenarbeit für etwas herhalten müsse, was eigentlich ein politisches Problem sei. Ironisch-bitter fügte Fuchs hinzu: "Na dann, liebe Pfarreien und Sportvereine, lasst das mal mit eurer Integrationsarbeit. Herr Scheuer übernimmt. Künftig übt er mit ihnen Querpässe und Kniebeugen. Er fährt aufs Zeltlager und kauft ihnen die Trikots. Er feiert mit ihnen Geburtstag und hört sich nächtelang ihre Fluchtgeschichten an. Vielleicht betet er sogar mit ihnen."


Doch Twitter wäre nicht Twitter, wenn sich diese Äußerungen nicht auch gegen den Verfasser verwenden ließe. In diesem Fall "Nie wieder los" 




nik/DPA