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Trockenheit in Deutschland: Höhere Preise: Wie Dürre und Ernteausfälle uns alle betreffen

Die Bauern ächzen unter der Dürre in Deutschland, der Bauernverband rechnet mit der schlechtesten Ernte des Jahrhunderts. Das wirkt sich auf einige Preise aus - eine Übersicht.

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ächzt unter Hitze und Trockenheit. Doch während eine gute Klimaanlage oder ein Sprung ins Schwimmbad den meisten Menschen in Deutschland Linderung verschafft, hat eine Berufsgruppe unter der anhaltenden Dürre massiv zu leiden: die Landwirte. 

Die Ernteausfälle sind so gravierend, dass einige Bauern sogar vor dem Ruin stehen, so warnt zumindest der Bauernverband. Im Norden und Osten des Landes wird die Getreideernte um bis zu 50 Prozent schrumpfen. Deutschlandweit liegt der Ertrag normalerweise bei rund 46 Millionen Tonnen Getreide jährlich, in diesem Jahr werden es nur knapp 40 Millionen Tonnen werden. "Es ist die schlechteste Ernte des Jahrhunderts“, sagte Udo Hemmerling, stellvertretender Generalsekretär des Bauernverbandes der "Süddeutschen Zeitung". Auch bei Gemüsesorten wie Bohnen, Erbsen und Kartoffeln schrumpft die Ernte gewaltig.

Die Bauern verlangen finanzielle Hilfen in Höhe von einer Milliarden Euro, um die schlimmsten Auswirkungen abzumildern. Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) lässt derzeit Hilfen des Bundes für die von der betroffenen Bauern prüfen.

Die Ernteausfälle betreffen aber nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch den Verbraucher in Form steigender Preise. Es ist nicht abzusehen, wie stark die Teuerungen sein werden, aber sie werden kommen - so viel ist sicher. Eine Übersicht.

Milch

Höhere Preise drohen bei der . Der Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM) rechnet mit deutlich zurückgehenden Mengen und finanziellen Engpässen, weil viele Landwirte wegen der Ernteausfälle Futter zukaufen müssen. Mit einer Erhöhung des Milchpreises um zehn Cent pro Liter "wäre uns schon ein Stück weit geholfen", sagt Verbandssprecher Hans Foldenauer. Das sei für einen Durchschnittsverbraucher, der täglich etwas Milch trinkt, eine Preissteigerung von gerade einmal drei Euro im Monat.

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Fleisch

Beim Fleisch erwarten die Bauern keinen Preisanstieg. Zwar werden derzeit auch Tiere einige Wochen früher als geplant geschlachtet, wenn sie keine Milch geben, sagt Foldenauer. Das passiere aber nicht "im großen Maße". Auch der Vizegeneralsekretär des Deutschen Bauernverbands, , rechnet höchstens mit einem kleinen "schnellen Effekt" - aber nicht mit langfristigen Auswirkungen auf die Fleischpreise.

Kartoffeln

Kartoffeln werden teurer. Schon jetzt rechnen Kartoffelbauern mit über 20 Prozent Ertragsminderung in diesem Jahr, erste Landwirte sprechen von 40 Prozent Minus. Sollte weiterhin kein Regen fallen, könnte sich die Lage bei "Deutschlands Paradefrucht"  "dramatisch zuspitzen", sagt Horst-Peter Karos vom Verband BOGK. "Kartoffeln werden auf jeden Fall teurer."

Kartoffelprodukte

Das hat natürlich Auswirkungen auf die Preise von Kartoffelprodukten, die ebenfalls teurer werden. Für Chips, Pommes und Kartoffeltaschen werden wir bald mehr bezahlen müssen. Denn für sie werden oft besonders große Knollen benötigt und die wachsen im Moment nicht so reichlich. Die Preissteigerungen werden im Herbst zu Buche schlagen. Derzeit gehen allmählich die Lagerbestände zur Neige, die Haupternte steht Ende August bis Anfang September an. Importiert werden kann  nicht so ohne weiteres, warnt Karos: "In Belgien, den Niederlanden und Frankreich sieht es genauso schlimm aus."

Links lächelt eine junge Frau in die Kamera, rechts liegen zwei rohe Eier auf einem schwarzen Autodach

Obst und Gemüse

Hier betreffen die Teuerungen vor allem Bohnen und Erbsen. Die Ernteausfälle werden bis zu 50 Prozent betragen. Die Hersteller könnten dabei sowie bei anderen Frischeprodukten Probleme bekommen, ihre Lieferverträge mit dem Handel einzuhalten, fürchtet der Verband BOGK.

Ähnliches gilt für andere Gemüsesorten: "Alles, was im Freiland wächst, hat zu kämpfen", sagt Michael Koch vom Agrarmarktinformationsdienst (AMI). Grüner Salat sei in den vergangenen Wochen teurer geworden. Auch bei Möhren und Zwiebeln erwartet Koch in diesem Jahr keine Spitzenerträge. "Preisaufschläge für Verbraucher gab es auch bei Kohlrabi und Blumenkohl", sagt Koch.

Ketchup, Obstkonserven und Suppen

Produkte wie Konfitüre, Ketchup, Obstkonserven und Suppen werden nicht teurer. Grund: Die Rohware dafür wird tiefgekühlt oder frisch aus Ländern wie Italien, Polen, Serbien und Rumänien sowie bei den Tomaten auch aus China bezogen. Auch hiesige Einlegegurken sind derzeit gut.

Wein

Weintrinker dürfen sich entspannt zurücklehnen. Die Preise des Rebensafts bleiben stabil. Weinreben profitieren vom warmen Wetter mit viel Sonnenschein. Gerade ältere Reben reichten bis zu 15 Meter tief in den Boden und kommen an Wasserreserven heran, die andere Kulturen nicht erreichen, sagt Ernst Büscher vom Deutschen Weininstitut. Die Reifeentwicklung sei wegen der Wärme weit fortgeschritten, deshalb werde es in diesem Jahr wohl den "frühesten Federweißer" überhaupt geben. Auch die Hauptlese beginnt früher.

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tis/Mit Material von DPA und AFP