DIENSTLEISTER Post will bundesweit Stellen streichen


Ärger mit der Gewerkschaft ist vorprogrammiert: Bei der Umsetzung der neuen Zeitstandards in den Briefzentren sollen Briefzusteller eingespart werden.

Die Deutsche Post AG will einem Zeitungsbericht zufolge bundesweit 5.000 Briefzusteller einsparen. Damit nimmt aber die ohnehin enorme Arbeitsbelastung der Postboten weiter zu, sagte Gewerkschaftssprecher Bernhard Beck in der Dienstagsausgabe »Westfalen-Blatt«. Als erste bundesweite Protestaktion sind am Montag in Bielefeld die Briefe liegen geblieben. Während der Arbeitszeit wurden die Zusteller bei einer Betriebsversammlung über die Sparpläne informiert. Die Post hingegen sprach lediglich von 3.000 Stellen, die bei den 80.000 Postboten wegfallen könnten.

»Arbeitsweise optimieren«

Post-Sprecher Christian Brockert meinte im Zeitungsbericht: »Wir setzen derzeit im Bereich der 83 Briefzentren regional die neuen Zeitstandards um. Dies ist eine undramatische Sache, da Post-Mitarbeiter bis Ende 2004 Kündigungsschutz genießen«. Gert Schukies, Direktor Konzernkommunikation bei der Post: »Wir müssen im Interesse unserer Kunden die Arbeitsweise optimieren und generell mit den Kosten klarkommen«.

Gewerkschaft droht mit Protestaktionen

Die Gewerkschaft ver.di hingegen will ihre Protestaktionen bundesweit ausdehnen. Bielefeld ist dabei nur die Speerspitze, so Beck. Lenkt die Post nicht ein, werden im nächsten Schritt keine Überstunden mehr geleistet und noch in diesem Jahr Arbeitszeitvereinbarungen gekündigt. Dann würden in vielen Städten Briefe liegen bleiben und erst am nächsten Tag ausgetragen.

»Tarifvertrag einseitig aufgeschnürt«

Der Gesamtbetriebsrat drohte der Post bereits Klage vor dem Arbeitsgericht in Bonn an, wenn die neuen Zeitstandards nicht zurückgenommen werden. Die neue Version ist nämlich nach Gewerkschaftsansicht mitbestimmungspflichtig. Vor zwei Jahren hat es eindeutige Tarifvereinbarungen gegeben, sagte Beck. So hat die Post bei der Zustellung 1.700 neue Kräfte eingestellt und zugesagt, die Zustellung nicht an Dritte zu vergeben. Die Privatisierung von mehr als 100 Zustellbezirken wurde rückgängig gemacht. Ferner stellte die Post seit 1. Januar 2001 Zusteller ein, die bis zu 25 Prozent weniger Lohn erhielten. Beck: »Die Post hat das Tarifpaket einseitig aufgeschnürt und will plötzlich mehrere tausend Arbeitsplätze streichen, obwohl es in Ballungsräumen zahlreiche offene Stellen gibt«.


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