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Briefzusteller: Mindestlohn für Briefzusteller kommt

Die letzten Hindernisse haben Verdi und die Arbeitgeber aus dem Weg geräumt: Der Mindestlohn für die Post-Branche kommt. Union und SPD feiern den "Riesenerfolg" und auch die Deutsche Post ist zufrieden.

Der Post-Mindestlohn kommt: Nach wochenlangem Streit haben sich Union und SPD nach Angaben von Unions-Fraktionschef Volker Kauder (CDU) darauf geeinigt, den neuen Tarifvertrag zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Arbeitgeberverband Postdienste für allgemeinverbindlich zu erklären. Die Forderungen der Union seien mit diesem neuen Vertrag erfüllt, sagte Kauder in Berlin.

"Insofern kann der Post-Mindestlohn in das Entsendegesetz aufgenommen und für allgemeinverbindlich erklärt werden. Man sieht, dass das ganze Hin und Her und insbesondere die Behauptungen der SPD in sich zusammengefallen sind." CSU-Chef Erwin Huber sagte, der SPD-Vorwurf eines Wortbruchs der Union "war unberechtigt".

Nach Kauders Worten wird der Post-Mindestlohn parallel zum Wegfall des Briefmonopols am 1. Januar kommenden Jahres gelten. Verdi und der von der Deutschen Post AG dominierte Arbeitgeberverband hatten am Donnerstag einen nachgebesserten Vertrag vorgelegt, mit dem sie die Chancen deutlich erhöhten, dass eine Lohnuntergrenze für die gesamte Branche für allgemeinverbindlich erklärt werden kann. Mindestens die Hälfte der Beschäftigten muss dazu vom Tarifvertrag erfasst werden.

In dem Vertrag heißt es: Der Tarifvertrag gelte für alle Arbeitnehmer von Briefdienstleistern, "die überwiegend gewerbs- oder geschäftsmäßig Briefsendungen für Dritte" befördern. Bisher stand in einer Protokollnotiz nur, dass Arbeitnehmer ausgenommen seien, die nur in geringem Umfang Briefsendungen gewerbs- oder geschäftsmäßig beförderten. Die Formulierung reichte der Union nicht.

Stundenlohn unverändert

Die Höhe des Post-Mindestlohns wurde im nachgebesserten Vertrag zwischen Verdi und dem von der Deutschen Post AG dominierten Arbeitgeberverband nicht verändert. Es bleibt bei der Bandbreite zwischen 8 und 9,80 Euro. Wettbewerber der Post hatten dies bisher als zu hoch kritisiert.

"Verdi hat sich bewegt", sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Andrea Kocsis. "Damit sind alle aus der Union vorgetragenen Bedenken ausgeräumt." Das Gesetzgebungsverfahren zur Erweiterung des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes müsse nun "zügig vorangetrieben werden", damit der tarifvertraglich vereinbarte Mindestlohn in Höhe von 8 bis 9,80 Euro vom Arbeitsminister für allgemeinverbindlich erklärt werden könne.

Auch die Deutsche Post zeigte sich erfreut über den Kompromiss: "Die Tarifparteien sind ihrer Verantwortung gerecht geworden und haben sich erfolgreich um eine zukunftsfähige Lösung in einem schwierigen Umfeld bemüht", sagte Post-Chef Klaus Zumwinkel. Alle Zweifel seien ausgeräumt und alle Vorrausetzungen für einen Mindestlohn erfüllt.