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Bilanz: Warum die Drogeriekette dm aufs Tempo drückt

Die Drogeriemarkkette dm investiert im großen Stil in die Digitalisierung und neue Märkte. Muss das Unetrnehmen auch - denn der Markt für Drogerieartikel lockt nicht nur Amazon und Rossmann - sondern auch ganz neue Player.

dm will bei der Digitalisierung nachlegen

Die Drogeriemarktkette dm will die Digitalisierung des Unternehmens weiter vorantreiben. 

Von "sehr erfreulichen Kennzahlen" spricht Christoph Werner, dm-Geschäftsführer für den Bereich Einkauf und Digitalisierung. Tatsächlich kann sich der 44-Jährige freuen - die Drogeriemarktkette hat die magische Umsatzgrenze von 10 Milliarden Euro im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/2017 geknackt. Ein Meilenstein - aber auch nicht mehr. Denn der Wettbewerb wird härter.

Vor allem das Auslandsgeschäft legte stark zu und wuchs um 8,6 Prozent auf nun 2,4 Milliarden Euro. dm ist in Osteuropa von Tschechien über Kroatien bis nach Mazedonien vertreten. Das Deutschland-Geschäft legte um 4,8 Prozent zu. Eine erfreuliche Entwicklung für den Marktführer, doch längst nicht vergleichbar mit den enormen Wachstumsraten der früherer Jahre. Allein im Vorjahr lag das Wachstum innerhalb Deutschlands noch bei 6,6 Prozent. Die guten Zeiten mit zweistelligen Wachstumsraten sind noch gar nicht lange her.


Der Markt für Drogerieketten ist umkämpft

Inzwischen ist Deutschland in weiten Teilen zugepflastert mit Filialen der Wettbewerber dm, Rossmann, Müller oder Budni. Daher rechnen sich neue Läden nicht mehr so schnell. 90 Märkte wurden (oder werden noch) in diesem Jahr eröffnet - allerdings wurden auch Geschäfte geschlossen. Unterm Strich wuchs die Zahl der Filialen um 67 auf insgesamt 1892. Man wolle das stationäre Geschäft exzellent halten, sagt Werner bei seiner Präsentation der Kennzahlen in Hamburg. "Aber das Einkaufsverhalten wird sich verändern", so Werner.

Ein Hebel soll das Digitalgeschäft sein. Der Online-Handel entwickele sich sehr positiv, erklärt Werner. Im Vergleich zum Vorjahr sei das Geschäft um 80 Prozent gewachsen. Nur: Das allein sagt wenig. Über die absoluten Umsätze will dm nicht sprechen. Nur so viel lässt Werner wissen: "Der Online-Anteil ist noch im einstelligen Prozentbereich."

Das ist nicht ungewöhnlich, auch andere Handelsfirmen krebsen mit ihren Erlösen aus dem Netz noch in dieser Größenordnung herum. Klar ist allen: Ohne Online-Shop geht es nicht mehr. Für dm ist die Digitalisierung wichtiger denn je. Denn der Markt wird nicht nur in den Städten schwieriger, sondern auch im Netz. 

Rossmann, Amazon - und jetzt auch Otto

Dass die Wettbewerber wie Rossmann selbst im Netz auf Kundenfang gehen, ist logisch. Auch der Internetriese Amazon will in diesem Bereich wachsen. Doch neben den üblichen Verdächtigen wollen auch neue Akteure mitmischen. So gab der Versandhändler Otto am Mittwoch bekannt, künftig mit L'Oréal zu kooperieren. Kunden können nun die Marken  L’Oréal Paris, L’Oréal Men Expert, Maybelline New York, Garnier und Essie bei Deutschlands Nummer 2 im Online-Handel kaufen. "Auch in Zukunft werden wir uns weiter für Marken und Partner öffnen und unser Sortiment und Service für unsere Kunden stark ausbauen", so Marc Opelt, Otto-Bereichsvorstand Marketing. Damit wagt sich der Hamburger Konzern erstmals in diesen Bereich vor.


Wie wichtig das Geschäft mit Schminke und Hautpflege im Netz ist, zeigt auch der Plan von Zalando: Der Online-Händler plant im kommenden Frühjahr eine eigene Kosmetik-Linie auf den Markt zu bringen. Hautcremes, Haarpflege und Parfüm bekommen Kunden dann im Online-Shop. "Der Einstieg in den Beauty-Markt ist für uns der nächste logische Schritt und spiegelt die Wünsche unserer Kunden wider", so Zalandos Co-CEO Rubin Ritter.
Für den Drogeristen dm heißt das: Stetig weiter wachsen - auf allen Kanälen. So überrascht es wenig, dass die Karlsruher angekündigt haben, die Investitionen - auch in den Digitalausbau - von derzeit 175 Millionen Euro im kommenden Jahr zu verdoppeln. 

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Haribo

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