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Drittgrößter Aktionär: Katar baut Macht bei VW und Porsche aus

Das derzeit schlechte Geschäft von Porsche hindert den Wüstenstaat Katar nicht daran, weitere zehn Prozent Aktienanteile am Volkswagen-Konzern zu kaufen. Das Emirat soll dafür sogar Sitze in den Aufsichtsräten von VW und Porsche bekommen.

Der Wüstenstaat Katar sichert sich immer mehr Macht im Autoimperium VW/Porsche. Das Emirat stockte seinen Anteil an Europas größtem Autobauer von gut 7 auf 17 Prozent auf. Katar ist damit drittgrößter VW-Aktionär nach den Familien Porsche und Piëch sowie dem Land Niedersachsen. Der neue Großaktionär soll dem Vernehmen nach außerdem künftig zwei Sitze im VW-Aufsichtsrat bekommen. Auch in das Kontrollgremium bei Porsche zieht ein Vertreter des Emirats ein. Die Aktionäre der Dachgesellschaft Porsche Holding SE sollen bei der Hauptversammlung am 29. Januar Scheich Jassim Bin Abdulaziz Bin Jassim Al-Thani für vier Jahre zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats wählen. Das geht aus der am Freitag veröffentlichten Einladung zu dem Aktionärstreffen hervor. Der Scheich würde dort den Platz von Hans-Peter Porsche, dem Bruder von Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche, einnehmen.

Absatz bricht ein

Porsche kämpft derweil beim Geschäft mit Sport- und Geländewagen mit massiven Einbrüchen. Die Talfahrt bei den Verkaufszahlen, die im Herbst 2008 begonnen hatte, setzte sich auch zu Beginn des neuen Geschäftsjahres fort: Weltweit wurden mit 11.385 Fahrzeugen knapp 40 Prozent weniger Autos ausgeliefert. Der Umsatz schrumpfte im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 im Jahresvergleich um fast ein Drittel (30,5 Prozent) auf 1,1 Milliarden Euro zurück. Angaben zum Ergebnis der Porsche AG machte der Sportwagenbauer nicht.

Für das Gesamtjahr wird aber mit einem Anziehen der Verkäufe gerechnet. Dabei setzt der Autobauer alle Hoffnungen auf sein neues Modell, die viertürige Sportlimousine Panamera. Im Verlauf von 2010 sei eine Belebung der Nachfrage zu erwarten, stellte der Vorstand in Aussicht.

Weiter Kurzarbeit

"Dass die Talsohle allmählich durchschritten und Besserung in Sicht ist, verdeutlicht der Blick auf die Viermonatszahlen", machte Porsche den Anlegern Mut. Von August bis November seien lediglich ein Viertel weniger Autos an die Kunden ausgeliefert worden als ein Jahr zuvor. Dazu habe vor allem der Panamera beigetragen, der seit kurzem auch in die USA exportiert wird.

Um nicht auf Halde zu produzieren, hatte Porsche allerdings erst vor wenigen Tagen mitgeteilt, dass die Kurzarbeit im Stammwerk Zuffenhausen wegen der unsicheren Absatzentwicklung bis Ende März 2010 verlängert wird. Rund 2.300 Mitarbeiter arbeiteten in den kommenden drei Monaten an insgesamt 16 Tagen nicht.

DPA/AP / AP / DPA