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Drohende Herabstufung Deutschlands: S&P wird zum Serientäter

Wieder droht die Ratingagentur Standard & Poor's mit einer Herabstufung: Diesmal betrifft es 15 Euro-Staaten, darunter Deutschland. Dass die Informationen vorab durchsickerten, ist ein Skandal.

Von Christian Kirchner

Die Ratingagentur Standard & Poor's droht 15 Euro-Staaten mit einer Herabstufung. Damit muss Deutschland sowie fünf weiteren Staaten mit dem Verlust der Top-Bonitätsnote "AAA" rechnen, sollte der kommende EU-Gipfel am Freitag keine Lösung der Schuldenkrise herbei führen. Das ließ die Ratingagentur durchblicken.

Von dieser Drohung einer Massenherabstufung am späten Montag geht ein wichtiges Signal aus. Dabei geht es aber nicht um die Maßnahme selbst, die die Agentur unter anderem "mit den potenziellen Folgen tiefgreifender politischer, finanzieller und geldpolitischer Probleme mit der europäischen Wirtschafts- und Währungsunion" begründet. Denn für diese banale Sorge braucht es keine Ratingagentur.

Das Signal ist vielmehr, dass S&P ein handfestes Problem damit hat, höchst kursrelevante Informationen bis zur Veröffentlichung zeitgleich und somit fair allen Marktteilnehmern zur Verfügung zu stellen.

Derartige Informationslecks sind in ruhigen Märkten schon inakzeptabel. Inmitten einer handfesten Schuldenkrise, an der die Ratingagenturen mit einer zu lange zu optimistischen Einschätzung von späteren staatlichen Sanierungsfällen zumindest nicht ganz unschuldig waren, waren, ist es untragbar, zumal Standard & Poor's Wiederholungstäter ist.

Wer gute Quellen hatte, konnte dicke Gewinne einfahren

Rückblende: In der Nacht vom Freitag, dem 5. August auf Samstag, den 6. August und somit nach Handelsschluss an allen Weltbörsen entzog Standard & Poor's den USA die Topnote "AAA" - eine Überraschung für die meisten Marktteilnehmer, hatte doch der US-Kongress wenige Tage zuvor nach langem Streit einen Kompromiss im US-Schuldenstreit gefunden.

Aber nicht für alle, denn bereits am Freitagnachmittag europäischer Zeit und somit auch während des Handels sowohl in den USA als auch in Europa waberten die Gerüchte über die Herabstufung durch die Handelssäle, nach Börsenschluss komme die Herabstufung. Sie waren sogar Gegenstand der Diskussion in der FTD-Redaktion.

Sollte es tatsächlich ein Leck geben? Zu gewaltig schien der Verdacht angesichts dessen, was auf dem Spiel steht - für Standard & Poor's, aber auch die Kapitalmärkte.

Wer aber als Spekulant gute Quellen hatte und auf den zu erwartenden Kursverfall gesetzt hat, konnte dicke Gewinne einfahren, denn die Herabstufung folgte tatsächlich in der Nacht auf Samstag - und am Montag brachen die Kurse rund um den Globus ein: In Frankfurt der DAX um über fünf Prozent, in New York der Dow Jones gar um knapp sechs Prozent.

Die Börsenaufsicht SEC ermittelt

Seit September ermittelt nun die US-Börsenaufsicht SEC, welche Akteure aus welcher Quelle von der Herabstufung Wind bekamen - heraus kommen wird vermutlich nichts.

Am Donnerstag, dem 10. November wiederum unterlief Standard & Poor's der peinliche Lapsus, einigen seiner Kunden die Mitteilung zu schicken, man habe Frankreich die Top-Bonitätsnote "AAA" entzogen - was ein technischer Fehler war, die Aktien- und Anleihenmärkte aber dennoch stundenlang durchschüttelte.

Nun folgte am späten Montag eine neue Episode: Nach Handelsschluss in Europa, aber noch zur Handelszeit in den USA kurz vor 21 Uhr mitteleuropäischer Zeit bekommen Händler, die Financial Times und die Nachrichtenagentur Bloomberg Wind von der Drohung von Standard & Poor's gegenüber den Euro-Staaten, die sich sofort wie das sprichwörtliche Lauffeuer verbreitet, den Euro knapp ein Cent zum US-Dollar einbrechen und die US-Aktien zwei Drittel ihrer Tagesgewinne preisgeben lässt - obwohl die Agentur erst ab 16:26 Uhr US-Ostküstenzeit (22:26 Uhr Mitteleuropäischer Zeit) und somit auch nach US-Handelsschluss ihre Entscheidung öffentlich macht und begründet.

Ratingagenturen stehen oft zu Unrecht am Pranger

Für die Vorgänge gibt es zwar auch eine andere Erklärungen - etwa die, dass beleidigte Politiker oder Aufseher die Herabstufung, von der sie aus dem vertraulichen Dialog mit der Ratingagentur wissen, vorab durchsickern lassen, um Standard & Poor's bewusst zu schaden.

Standard & Poor's argumentiert nun genau so: Man habe im Falle der drohenden Massenherabstufungen den Regierungen mit zwölf Stunden Vorlaufzeit die Nachricht vorab mitgeteilt.

Aber macht dies den Sachverhalt besser? Schließlich liegt es in der Verantwortung von Standard & Poor's, selbst die Vertraulichkeit von selbst produzierten und stark kursrelevanten Nachrichten sicherzustellen.

Gewiss: In vielen Fällen sind Ratingagenturen die Überbringer schlechter Nachrichten, nicht ihre Ursache. Auch stehen sie oft zu Unrecht am Pranger, denn für die Abhängigkeiten, in die sich viele Akteure von den Ratingurteilen begeben haben, sind diese Akteure selbst verantwortlich: Investmentfonds bei ihren Anlagekriterien, die Europäische Zentralbank bei der Beleihfähigkeit von Wertpapieren oder die ganze Euro-Zone bei der Konstruktion des Rettungsfonds EFSF - sie alle haben sich oft sklavisch gekettet an das Urteil von Standard & Poor's und Co.

Die jüngsten Vorgänge weit mehr als ein Imageproblem

Und tatsächlich gehören auch Gerüchte zur Börse. Mal stimmen sie, mal stimmen sie nicht. Insiderhandel mag verboten sein, ist aber auch Teil des Börsenalltags.

Die jüngsten Vorgänge sind aber weit mehr als nur ein Imageproblem für Standard & Poor's. Die Ratingagentur muss zusammen mit den Regierungen und Aufsehern die Informationslecks in den Griff bekommen und zügig aufklären, wie derart wesentliche Informationen vorab durchsickern konnten; die Aufseher müssen die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Andernfalls steht nicht nur der ohnehin schon ramponierte Ruf der Ratingagentur, sondern auch der des Kapitalmarkts auf dem Spiel.

Der Eindruck, dass im Markt für Staatsanleihen mit gezinkten Karten gespielt wird, ist das letzte, was ohnehin schon nervöse menschliche Investoren und auf chronisch nervösen Handel programmierte Computerprogramme derzeit noch gebrauchen könnten - und wäre ein Signal auch dafür, dass viele Vorwürfe der "Occupy"-Bewegung womöglich näher an der Wahrheit liegen, als es selbst Profis wahrhaben wollen.

FTD
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(