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EADS-Chef ermahnt Staaten: "Zerstört nicht die Grundlage eurer Industrie"

EADS-Chef Louis Gallois hat angesichts der Spardiskussion die europäischen Regierungen vor einem Kahlschlag in den Rüstungsetats gewarnt.

EADS-Chef Louis Gallois hat angesichts der Spardiskussion die europäischen Regierungen vor einem Kahlschlag in den Rüstungsetats gewarnt. "Wir sagen unseren Kunden in den Regierungen: Wir erkennen an, dass ihr sparen müsst. Aber zerstört nicht die Grundlage eurer Industrie", sagte der Chef des europäischen Luftfahrt- und Rüstungskonzerns dem "Handelsblatt" (Montag). Wichtig sei es, Forschungs- und Entwicklungskompetenz in Europa zu halten.

Beim Militärtransporter A400M beharrt EADS auf der vereinbarten Stückzahl von mindestens 170 Maschinen. Von den insgesamt 180 bestellten Militärtransportern dürften maximal zehn weniger abgenommen werden. "Diese Zahl bezieht sich auf sieben Abnehmerstaaten, nicht allein auf Deutschland", sagte Gallois. Deutschland ist mit 60 Exemplaren größter Kunde der A400M. Mit seinen Äußerungen reagierte Gallois indirekt auf Pläne der Bundesregierung, Stückzahlen bei Rüstungsprogrammen zu kürzen.

Mit dem größten Passagierjet der Welt, dem Airbus A380, will EADS im Jahr 2015 erstmals Geld verdienen. "Ich gehe davon aus, dass Airbus es schafft, die A380 binnen fünf Jahren aus der Verlustzone zu bekommen", sagte Gallois. Dies hänge jedoch auch vom Dollarkurs ab. Flugzeuge werden in US-Dollar gehandelt, EADS bilanziert jedoch in Euro. Beim A380 hatte der Konzern in den vergangenen Jahren mit Problemen in der Produktion zu kämpfen. Jetzt stehen laut Gallois die Produktionskosten im Fokus.

Hoffnungen macht sich EADS weiterhin auf den milliardenschweren Tankflugzeugauftrag in den USA. "Unser Bieter-Team steht", sagte Gallois, "es besteht aus 200 führenden Unternehmen." Dazu zählen der US-Konzern General Electric (GE), Honeywell sowie die Zulieferer Goodrich und Vought. "Ich bin überzeugt, dass wir ein sehr wettbewerbsfähiges Angebot abgeben", sagte der EADS-Chef. Der Konzern hat dazu bis 9. Juli Zeit.

DPA / DPA