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EU-Frühjahrsprognose: Deutsche Wirtschaft stützt Europa

Die europäische Wirtschaft wird in diesem Jahr kräftig zulegen. Die EU-Kommission rechnet mit einem Wachstum von 1,8 Prozent. Grund für die positive Prognose sind auch die guten Zahlen aus Deutschland.

Auch Dank starker Zahlen aus Deutschland setzt sich der Wirtschaftsaufschwung in der Europäischen Union fort. Das Bruttoinlandsprodukt wird in diesem Jahr um voraussichtlich 1,8 Prozent steigen, wie die EU-Kommission in ihrer am Freitag in Brüssel vorgestellten Frühjahrsprognose mitteilte. Für die Euro-Zone erwartet die Kommission ein Plus von 1,6 Prozent. Angesichts steigender Rohstoffpreise zieht demnach auch die Inflation an. Die Kommission geht für dieses Jahr von einer Inflationsrate von 3 Prozent in der EU sowie von 2,6 Prozent in der Euro-Zone aus. "Der Wirtschaftsaufschwung in Europa steht auf soliden Füßen und wird sich trotz der jüngsten externen Turbulenzen und Spannungen auf dem Markt für staatliche Schuldtitel weiter fortsetzen", erklärte EU-Wirtschaftskommissar Olli Rehn. Allerdings ist das Bild innerhalb der EU geteilt: Während insbesondere Deutschland, aber auch kleinere, exportorientierte Volkswirtschaften wie Finnland und Estland einen soliden Konjunkturaufschwung verzeichneten, blieben insbesondere an der Peripherie manche Länder zurück. "Es wird damit gerechnet, dass sich die Erholung in der EU auch weiterhin mit unterschiedlicher Geschwindigkeit vollzieht", teilte die Kommission mit.

Wirtschaft in Griechenland und Portugal schrumpft

Für dieses Jahr rechnet die Kommission für Deutschland mit einem Anwachsen der Wirtschaft um 2,6 Prozent. Die Quartalszahlen des Statistischen Bundesamtes hatten am Freitag bereits für eine positive Überraschung gesorgt. Im ersten Quartal stieg die Wirtschaftsleistung um 1,5 Prozent im Vergleich zum Schlussquartal 2011. Das Vorkrisenniveau von Anfang 2008 ist damit bereits wieder überschritten.

Für Griechenland und Portugal rechnet die EU-Kommission jedoch mit einem Schrumpfen der Wirtschaft von 3,5 Prozent beziehungsweise 2,2 Prozent. Die beiden Länder sind hoch verschuldet und mussten internationale Hilfskredite in Milliardenhöhe in Anspruch nehmen, um einem Staatsbankrott zu entgehen. Die Volkswirtschaften der beiden Länder gelten als marode und international nicht konkurrenzfähig. Dem Wachstum zum Trotz sieht die Kommission auch Gefahren für den Aufschwung. "Die politischen Änderungen im Nahen Osten und Nordafrika sowie die wirtschaftlichen Auswirkungen des Erdbebens und des Tsunamis in Japan haben Unsicherheiten verstärkt und stellen Abwärtsrisiken für die weltweite Konjunktur dar", da sie weltweit eine höhere Inflation und ein geringeres Wachstum zur Folge haben könnten. Auch die Finanzmärkte blieben insbesondere im Bereich der Staatsanleihen anfällig.

fro/AFP / AFP