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Interview

Klaus Nieding: "Wenn das jetzt nicht zündet, sieht es schlecht aus für die Deutsche Bank"

Bei der Deutschen Bank werden 18.000 Stellen ab- und der Vorstand umgebaut. Im Gespräch mit dem stern erklärt der Fachanwalt Klaus Nieding, warum dieser Schritt überfällig war und wie er die Überlebenschancen des Geldinstituts einschätzt.

Der Finanzexperte Klaus Nieding hält den Umbau innerhalb der Deutschen Bank für überfällig.

Der Finanzexperte Klaus Nieding hält den Umbau innerhalb der Deutschen Bank für überfällig.

Herr Nieding, die Deutsche Bank hat angekündigt, sich aus dem weltweiten Aktiengeschäft zurückzuziehen. Außerdem werden im Zuge eines Kostensenkungsprogramms 18.000 Stellen abgebaut. Welche Fehler hat das Unternehmen aus Ihrer Sicht in den vergangenen Jahren gemacht?

Der Kardinalfehler war, dass man nicht rechtzeitig erkannt hat, dass man mit Investmentbanking kein Geld mehr verdienen kann. Bis 2007 lief das Geschäft sehr gut, zeitweise war die Deutsche Bank die größte Investmentbank der Welt. Aber man hat eben zu spät auf die Neuregulierung des Finanzsektors in Folge der Finanzkrise reagiert. Das muss man den früheren Vorständen vorwerfen - allen voran Herrn Dr. Ackermann. Er hat das Ruder nicht rechtzeitig herumgerissen.

Die Deutsche Bank baut den Vorstand um, schließt ganze Geschäftsbereiche - und verabschiedet sich von ihren globalen Ansprüchen. Sind das die richtigen Schritte?

Die Frage ist doch: Hatte man überhaupt eine andere Wahl? Es macht ja keinen Sinn, weiter am Investmentbanking festzuhalten. Ein Blick auf die letzten Quartalszahlen zeigt, dass damit nur noch Geld verbrannt und keines verdient wird.

Klaus Nieding  ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Er begleitet die Deutsche-Bank-Hauptversammlungen seit 1994.

Klaus Nieding

ist Rechtsanwalt, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht sowie Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Er begleitet die Deutsche-Bank-Hauptversammlungen seit 1994.

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Vielmehr muss man sich fragen: Kommt der Schritt womöglich zu spät? Aber das kann man dem aktuellen Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing nicht ankreiden, er ist erst seit einem Jahr in der Verantwortung. Er hat die Bank ein Jahr analysiert und jetzt einen radikalen Schnitt gemacht. Es gab Vorstände vor ihm, die haben diesen Mut nicht gehabt.

Sie bezeichnen die Entscheidung als mutig. Warum?

Der aktuelle Vorstand brauchte Mumm, um diesen radikalen Umbau anzugehen. Das ist ja nicht einfach, schließlich muss man sich gegen Widerstände im Haus durchsetzen: Die Investmentbanker haben schließlich aufgrund ihres Aktienoptionsprogramms auch ganz gehörige Stimmanteile im Haus der Deutschen Bank.

Häufig gibt es den Vorwurf, die deutschen Banken haben die Digitalisierung verschlafen. Wie stehen sie dazu?

Das kommt darauf an, was für ein Geschäft man als Bank priorisiert. Konzentriert man sich auf das Privatkundengeschäft, kann man sagen, der Trend zum Automatismus wurde verpennt. Das ist aber bei der Deutschen Bank nicht der Fall. Die sieht sich ja nicht als reine Privatkundenbank, sondern als Universalbank mit dem Schwerpunkt der Finanzierungsberatung und -begleitung von Unternehmen. Das ist genau der richtige Angang, auf den sich Herrn Sewing jetzt wieder zurückbesinnt. Zu diesem Zweck wurde die Deutsche Bank vor 150 Jahren gegründet.

Im Zuge der Reorganisation wird im September Bernd Leukert als Vorstand für Digitalisierung bei der Deutschen Bank dazustoßen. Er war zuvor vier Jahre lang im SAP-Vorstand zuständig für Produkte.

Die Berufung eines ehemaligen SAP-Managers in den Vorstand zeigt, dass man bereit ist, neue Wege zu gehen. Aber natürlich hätte man das Thema Digitalisierung schon früher angehen müssen. Aus meiner Sicht wäre das die Aufgabe von Jürgen Fitschen und Anshu Jain gewesen. Wenn man schon einen Kulturwandel propagiert, hätte man ihn auch so radikal umsetzen müssen, wie es nun bei Sewing der Fall ist. Er bleibt sich selbst treu: Zu seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr sagte er, in dieser Bank sei viel zu lange diskutiert und zu wenig geliefert worden. Nun zeigt er, dass er handeln kann.

Die Deutsche Bank hat den größten Stellenabbau in ihrer 149 Jahre langen Geschichte beschlossen. Sewings Plan sieht vor, 18.000 und damit jede fünfte Stelle im Konzern zu streichen.

Keine Frage, das ist bitter für die Mitarbeiter. Aber das ist - ich verwende an dieser Stelle ein Merkelsches Wort - alternativlos. Es ist auch klar, dass man in London und den USA abbaut. Der Deutschen Bank bleibt nichts anderes übrig, als sich auf gewinnbringende Geschäftsbereiche zu konzentrieren und die Kosten zu drücken. Die können sich nicht mehr den Luxus erlauben, alle Bereiche des Investmentbankings abdecken zu wollen, obwohl sie dabei kein Geld mehr verdienen. Das Drücken der Kosten ist überlebensnotwendig.

Wie schätzen Sie die Erfolgschancen ein?

Es gibt Stimmen, die schätzen die Chancen auf 50:50. Ich hingegen sehe sie bei 70:30, dass dieser Schritt gelingt. Man muss auch mal Mut und Glück haben als Unternehmer. Und wir alle können kein Interesse daran haben, dass diese Deutsche Bank kaputt geht. Wir brauchen ein starkes nationales Institut, ansonsten sind wir komplett abhängig von amerikanischen und britischen Banken. Und was das in der aktuellen geopolitischen Situation bedeutet, braucht man niemanden zu sagen.

Sie sehen die Deutsche Bank also auf einem guten Weg?

Ich sage nicht, dass das ein guter Weg ist. Aber die Ansätze haben das Potenzial, das Haus wieder nach vorne zu bringen. Ob der Weg gut ist, kann man erst in zwei, drei Jahren beurteilen. Aber nochmal: Dieser Schritt war der einzige, den man im Moment machen kann. Es wird keine zweite Chance in dieser Richtung geben. Wenn das jetzt nicht zündet, sieht es schlecht aus für die Deutsche Bank.

Interview: Christoph Fröhlich
kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(