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Revolution am Mobilfunkmarkt Treue Kunden sind bislang die Dummen, doch das könnte sich bald ändern

Die Deutsche Telekom möchte Bestandskunden künftig genauso gut behandeln wie Neukunden, was die Preisgestaltung der Tarife angeht.
Die Deutsche Telekom möchte Bestandskunden künftig genauso gut behandeln wie Neukunden, was die Preisgestaltung der Tarife angeht.
© Oliver Berg / DPA
Clever ist, wer untreu ist. Diese Praxis gilt bislang vor allem bei Mobilfunk- und DSL-Verträgen. Doch das könnte sich bald ändern. Die Telekom will ihr Konzept überarbeiten und Bundesjustizministerin Barley die Rechte von Verbrauchern stärken.

Treue ist eine so bedeutende Tugend, dass sie es sogar in die Zehn Gebote geschafft hat. Primär bezieht sich das zwar auf die Ehe, doch auch in Kundenbeziehungen lohnt sie sich: In der Lieblingskneipe können Stammkunden schon mal anschreiben lassen, im Restaurant bekommen sie zügiger einen Tisch, beim Bäcker geht ab und zu auch mal was aufs Haus.

Nur in der Welt der Laufzeitverträge ist der Treue der Dumme. Während Neukunden von DSL- oder Mobilfunkanbietern umschwärmt und mit saftigen Rabatten angelockt werden, haben Bestandskunden in der Regel das Nachsehen. Wer den Vertrag länger laufen lässt als nötig, bezahlt häufig zu viel oder hat sogar schlechtere Leistungen. Es ist eine Ungerechtigkeit mit System, die bald abgeschafft werden könnte - und zwar in zweierlei Hinsicht.

Barley fordert kürzere Vertragslaufzeiten

Zum einen möchte Bundesjustizministerin Katarina Barley die Rechte der Verbraucher stärken, indem die maximale Laufzeit von Verträgen – etwa bei Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen sowie Fitnessstudios – von 24 auf 12 Monaten reduziert wird. Auch bei der Vertragsverlängerung soll es Änderungen geben: Vergisst ein Kunde einen Vertrag rechtzeitig zu kündigen, soll sich die Laufzeit nur noch um drei statt bislang sechs Monate verlängern. Eine Kündigung von Verträgen soll einen Monat vor Vertragsende möglich sein. Das berichtete die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung". Die CDU signalisierte bereits ihre Unterstützung für die Gesetzesänderungen, die mehrere Branchen umkrempeln könnte.

Nur die FDP ist von der Sache noch nicht so überzeugt. Sie befürchtet, dass kürzere Vertragslaufzeiten mit Preissteigerungen einher gehen.

Telekom will Bestandskunden belohnen

Doch auch die Unternehmen selbst scheinen mittlerweile verstanden zu haben, dass das Buhlen um clevere, aber untreue Neukunden auf Kosten der Bestandskunden langfristig nicht besonders nachhaltig ist. Die Deutsche Telekom verkündete vergangene Woche: "Viele Kunden sind uns jahrelang treu, aber sie bekommen nicht dieselben Angebote wie Neukunden. Das ist in unserer Industrie so gelernt, doch es ist falsch und unfair. Wir ändern das Schritt für Schritt. Bei unserem aktuellen Angebot sind alle dabei. Treue Kunden & neue Kunden", schrieb das Unternehmen auf Twitter.

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Die Einsicht der Telekom mag spät kommen, doch sie hat Gewicht. Schließlich lebt das Unternehmen die Praxis bislang besonders exzessiv aus. Während Bestandskunden für eine 50Mbit-Leitung samt Receiver zum Telefonieren, Surfen und digitalen Fernsehen rund 50 Euro im Monat bezahlen, bekommen Neukunden online einen saftigen Rabatt. Über externe Verkäufer gibt es sogar noch attraktive Prämien wie eine Sonos-Soundbar und 12 Monate Sky für wenige Euro dazu. Bei solch attraktiven Bundles fühlt man sich als Stammkunde veräppelt.

Wie die Telekom in der Praxis vorgehen will, ist bislang allerdings nicht bekannt. Auf eine Anfrage äußerte sich das Unternehmen bislang nicht.

Quelle: FAZ, Telekom

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