HOME

Familienunternehmen: Die 100 wertvollsten Familienfirmen

Sie stehen für insgesamt 470 Milliarden Euro Umsatz und rund zwei Millionen Mitarbeiter: die 100 wertvollsten deutschen Familienfirmen.

Milliardenverluste bei Smart und Mitsubishi, verheerende Qualitäts- und Produktivitätsmängel bei der Stammmarke Mercedes - und dies alles über Jahre. Vom einstigen Glanz ist "beim Daimler" derzeit nicht viel zu spüren. Ganz anders BMW. Dank konsequenter Marken- und Modellpolitik haben sich 5er und 7er bei den Zulassungen an den ewigen Konkurrenten S- und E-Klasse herangeschoben. Und als sich der Einstieg bei Rover als Debakel entpuppte, zogen die Münchner prompt die Notbremse.

Entscheidender Unterschied zu Daimler-Chrysler: Bei BMW achtet eine Unternehmerdynastie - Johanna Quandt mit Sohn Stefan und Tochter Susanne Klatten - sehr genau darauf, dass tolldreiste Abenteuer des Managements unterbleiben und Fehlschläge korrigiert werden. "Hätte bei Daimler eine Familie mitzureden, stünde der Konzern dramatisch besser da", spekuliert Professor Peter May, Gründer der Intes Akademie für Familienunternehmen.

Der heilsame Einfluss der Familie Quandt wirkt langfristig. Eine Analyse des Wirtschaftsmagazins "impulse" ergibt: Mit rund 49 Milliarden Euro Wert ist BMW Deutschlands wertvollstes Familienunternehmen, gefolgt mit deutlichem Abstand von Software-Multi SAP, Handelskonzern Metro, Boehringer Ingelheim, Henkel und Bertelsmann.

Dies sind die spektakulärsten Resultate einer bislang einzigartigen Untersuchung. Um die Crème de la Crème des Unternehmertums in Deutschland zu identifizieren, haben Intes und "impulse" alle größeren Firmen unter die Lupe genommen, die maßgeblich von Eigentümerfamilien gesteuert werden.

Was aber ist mit dem Aggregatzustand "Familienunternehmen" als solchem? Ist die Eigentümer-Dynastie für die Firma eher Vorteil oder Hypothek? WHU-Professor Witt antwortet differenziert: "In der Gründungsphase ist sie sehr nützlich, bei anstehender Nachfolge werden Interessen und Konflikte der Familie aber leicht zur schweren Belastung." Sind jedoch die ersten drei, vier Generationswechsel gemeistert, erweisen sich diese Firmen im Vergleich zu Publikumsgesellschaften als besonders stabil und erfolgreich.

"Der Status Familienunternehmen erzeugt bei einer Bewertung nicht per se Zu- oder Abschläge", ergänzt Morgan-Stanley-Manager Joachim Ringer aus Sicht des Investmentbankers. Aber: "Ich persönlich gehe als privater Anleger davon aus, dass bei einem Unternehmen mit langfristig engagierter Familie auch langfristig und verantwortungsvoll mit dem Kapital umgegangen wird."

Dies völlig zu Recht. Schließlich ist institutionellen Investoren und ihren Statthaltern im Vorstand letztlich oft egal, womit sie ihr Geld verdienen. Ganz anders Patriarchen alteingesessener Unternehmer-Clans. Miele-Chef Zinkann: "Ich habe die Verantwortung für das Unternehmen, die mir mein Vater übertragen hat, nur geliehen - von meinem Sohn."

Die gesamte Liste ist in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsmagazins impulse (10/2005) nachzulesen.