Finanzkrise Dax startet im Minus


Die weltweite Finanzkrise hat auch den Dax erwischt: Am Morgen startete der deutsche Leitindex klar im Minus. Verglichen mit den Kursrutschen in den USA und Asien zeigte sich der deutsche Markt aber noch relativ stabil.

Zur Eröffnung verzeichnete der Dax Verluste von rund zwei Prozent. Bereits am Montag war der Leitindex um 4,2 Prozent abgestürzt und hatte ein vorläufiges Jahrestief von 5802 Punkten markiert.

Börsianer rechnen mit einem weiteren Absturz bei den Finanzwerten. "Die Bankenwerte werden noch einmal mächtig herunterkommen. Ich rechne aber nicht mit einer Panik am Markt: Die Anleger werden aber nicht um jeden Preis alle Assets zerstören", sagte Marktanalyst Heino Ruland von FrankfurtFinanz.

Die Ablehnung des 700 Milliarden Dollar schweren Finanzpaketes für die US-Banken im Repräsentantenhaus hatte die Anleger an der Wall Street entsetzt und zu massiven Kursstürzen geführt. Auch in Tokio verlor der Nikkei-Index 4,1 Prozent. "Das Paket muss kommen und wird kommen, nur diesmal wird es für die Banken schmerzhaft werden. Sie werden ihre Bilanzen bereinigen müssen, es kann nicht mehr nur auf Kosten der Steuerzahler gehen", erläuterte Ruland. Knackpunkt beim Scheitern war seiner Ansicht nach, dass bis zuletzt nicht festgelegt wurde, zu welchen Preisen den Banken die faulen Kredite abgekauft werden sollen.

Im Fokus bei den Einzelwerten werden nach den dramatischen Kursverlusten von Vortag die Aktien der Hypo Real Estate, die von einer Bankengruppe nur knapp vor dem Aus gerettet wurde. Vorbörslich kehrte nach einem Minus von 74 Prozent vom Vortag etwas Ruhe ein - die Papiere wurden beim Brokerhaus Lang & Schwarz rund 13 Prozent im Plus gesehen. Hingegen dürfte die Talfahrt bei den Commerzbank-Aktien weitergehen. Nach dem Kursverlust von 24 Prozent am Vortag wurden die Titel vorbörslich mit einem Minus von rund sechs Prozent gehandelt.

Reuters Reuters

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