Finanzkrise WestLB denkt über Bundeshilfe nach


Neben der BayernLB ist möglicherweise eine weitere deutsche Landesbank in den Strudel der Finanzkrise geraten. Die WestLB in Düsseldorf hat angedeutet, dass sie Hilfe aus dem Rettungspaket des Bundes in Anspruch nehmen könnte. Auch die HSH Nordbank erwägt, auf das Hilfsangebot zurückzugreifen.

Die drittgrößte deutsche Landesbank WestLB hat Interesse an Hilfen aus dem Rettungspaket der Bundesregierung für die Banken angedeutet. "Die Initiative der Bundesregierung bietet die Möglichkeit zur Stärkung der WestLB AG und stärkt damit die Ausgangssituation für eine Positionierung der WestLB AG im Konsolidierungsprozess der Landesbanken", teilte die WestLB am Mittwochabend in Düsseldorf mit. Gleichzeitig betonte die nordrhein-westfälische Landesbank, dass noch keine Entscheidung gefallen sei.

"Diese Sorgfalt in der Prüfung kann sich die WestLB AG nehmen, da auch Dank des Risikoschirms der Eigentümer aus dem Frühjahr 2008 die WestLB AG operativ stabil dasteht", so die Mitteilung der Landesbank. Weiter hieß es, "denkbare Maßnahmen" würden vom Vorstand in Abstimmung mit den Eigentümern und der EU-Kommission in den nächsten Wochen erarbeitet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur berieten am Mittwochnachmittag die WestLB-Eigentümer über das weitere Vorgehen.

Zuvor hatte auch der nordrhein-westfälische Finanzminister Helmut Linssen (CDU) im Düsseldorfer Landtag erklärt, dass es noch nicht entschieden sei, ob die Landesbank Mittel des Rettungspakets beantragt. Auch zwischen den Eigentümern der Bank liefen noch Gespräche. Die WestLB sei aber von der Finanzmarktkrise "nicht so stark betroffen wie andere Banken", betonte Linssen. Die Eigentümer der Bank hätten rechtzeitig reagiert und schon Ende März einen "Rettungsschirm" von fünf Milliarden Euro aufgespannt. Von dieser Summe bürgt das Land für 3,8 Milliarden Euro.

Ein Sprecher der HSH Nordbank sagte, sein Institut prüfe weiterhin eine Inanspruchnahme der vom Bund angebotenen Hilfen. Eine Entscheidung werde nicht vor Ende dieser Woche bekannt gegeben.

DPA DPA

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