HOME

Folgekosten: SARS kostet Ostasien mindestens 13 Mrd. Euro

Jetzt hat auch die neueste Epidemie ein Preisetikett: Laut Weltbank dürften die durch SARS verursachten Kosten für die Wirtschaft Ostasiens bei mindestens 13 Milliarden Euro liegen.

Die Weltbank schätzt die Kosten für die Wirtschaft Ostasiens durch die Lungenkrankheit SARS auf mindestens 15 Milliarden US-Dollar (13,7 Mrd. Euro). Dies entspreche einem Minus beim erwarteten Wachstum der Region von 0,3 Prozentpunkten in diesem Jahr, teilte Weltbank-Vizepräsident Jemal-ud-din Kassum auf einer aus Washington übertragenen Videopressekonferenz am Donnerstag mit.

Dienstleistungssektor am stärksten getroffen

Am stärksten betroffen sei der Dienstleistungssektor und darin die Branchen Tourismus, Geschäftsreisen, Transport und Einzelhandel. Die größten Einbußen verzeichneten Hongkong, Singapur und Taiwan. Werde der negative Einfluss des Irak-Krieges und die nach wie vor schwache Nachfrage nach Elektronikgütern mit einbezogen, sei sogar mit einem um einen Prozentpunkt verringerten Wachstum zu rechnen, hieß es weiter. Entsprechend habe die Weltbank ihre Wachstumsprognose für Ostasien in diesem Jahr von 6 auf 5 Prozent gesenkt. Die Wirtschaft in der Region, die von Indonesien bis Mikronesien reicht und Länder wie China und Japan einschließt, hatte den Angaben der Weltbank zufolge 2002 im Durchschnitt um 6 Prozent zugelegt.

Verluste durch Ängste der bevölkerung

Die Auswirkungen von SARS auf die Wirtschaft gründeten "fast ausschließlich auf Ängsten der Bevölkerung", sagte Kassum. Entsprechend sei eine offene Informationspolitik in den betroffenen Länder entscheidend, um die ökonomischen Kosten des Schweren Akuten Atemwegssyndroms so gering wie möglich zu halten, riet er. Wegen der Ausbreitung der gefährlichen Lungenkrankheit bleibt der Transrapid in Schanghai weiterhin stillgelegt. "Die Gesundheit der Menschen geht vor", erklärte die Betreibergesellschaft Shanghai Maglev Transportation Development nach Angaben der Tageszeitung «Shanghai Daily». Die mit deutscher Technik gebaute Magnetschwebebahn war seit Mitte März wegen einer "Systemanpassung" nicht mehr gefahren. Die Wiederinbetriebnahme war ursprünglich für die Maifeiertage geplant. Es sei mit Verlusten in Höhe von fünf Millionen Yuan (rund 600.000 Euro) zu rechnen, hieß es weiter.

Drastische Strafen bei Quarantäne-Verstößen

Menschen, die in Singapur gegen SARS-Quarantänevorschriften verstoßen, erhalten künftig drastische Strafen. Nach einem neuen Gesetz können sie mit sechs Monaten Haft und Geldstrafen von bis zu 20.000 Singapur-Dollar (10.250 Euro) geahndet werden. In Peking wurden im Kampf gegen SARS neue Vollmachten zur Zwangsquarantäne erlassen. Alle Personen, die infiziert sind oder engen Kontakt zu Erkrankten hatten, können danach in Quarantäne genommen werden.