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"Zielgröße Null" So dreist unterlaufen deutsche Unternehmen die Frauenquote


Ab 2016 müssen mehr deutsche Großkonzerne bei Neubesetzungen im Aufsichtsrat eine Frauenquote von 30 Prozent sicherstellen. Für viele Unternehmen scheint das Gesetz jedoch bloß eine unverbindliche Empfehlung zu sein

Kurz vor Inkrafttreten der Frauenquote in Aufsichtsräten hat Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) die Unternehmen ermahnt, die Vorgaben zu erfüllen. "Ich erwarte von den Unternehmen, dass sie es ernst meinen mit der von ihnen selbst so häufig gepriesenen Vielfalt in den Führungsetagen", sagte Schwesig der "Süddeutschen Zeitung". Es gehöre "zum Einmaleins des Managements", sich strategische Ziele zu setzen - und "alles daranzusetzen, diese Ziele auch zu erreichen", ergänzte die Politikerin.

Das "Gesetz für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern an Führungspositionen" tritt am 1. Januar 2016 in Kraft. Börsennotierte Unternehmen müssen bei der Neubesetzung ihres Kontrollgremiums künftig sicherstellen, dass mindestens 30 Prozent der Posten von Frauen besetzt werden. Für Frauen im Vorstand gibt es keine genauen Vorgaben - nur freiwillige Zielvorgaben, über deren Vorankommen die Unternehmen regelmäßig berichten müssen.

Laut "SZ" erreichen viele Firmen, für die künftig die Quote im Aufsichtsrat gilt, die gesetzlichen Vorgaben noch nicht. Im Schnitt liegt der Frauenanteil in den Kontrollgremien demnach bei 22 Prozent. Bei fast einem Fünftel liege der Anteil unter zehn Prozent. 

Unternehmen setzen sich die "Zielgröße Null"

Die Betriebe sollen sich freiwillige Zielvorgaben zur Frauenförderung im Vorstand und im obersten Management setzen. Etliche Unternehmen wie der Energiekonzern Eon, die Commerzbank oder ThyssenKrupp würden diese Zielvorgabe aber vorerst unterlaufen. Sie hätten sich für Frauen im Vorstand die "Zielgröße Null" gesetzt.

tim AFP

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