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Neue Papierbeutel entwickelt: Frosta verbannt Plastikbeutel aus der Tiefkühltruhe

Tiefgekühltes Gemüse, aber auch fertige Gerichte werden meist in Plastikbeuteln verkauft. Die Firma Frosta hat nun ein Papier entwickelt, das die Feuchtigkeit im Tiefkühlschrank übersteht.

Frosta verbannt die Plastikbeutel aus der TK-Truhe

Frosta verbannt die Plastikbeutel aus der TK-Truhe

Picture Alliance

Frosta schmeißt die Plastikbeutel raus: Bereits ab Januar 2020 sollen die neuen Beutel in den Handel kommen und die alten Plastiksäcke ersetzen. "Unser neuer Papierbeutel ersetzt Plastik durch Papier. Es ist ungebleicht und ungestrichen und stammt aus nachhaltiger, FSC-zertifizierter Forstwirtschaft", heißt es dazu von Frosta. Insgesamt drei Jahre habe Frosta an der neuen Verpackung gearbeitet. Die Innenseite der Packungen besteht aus einem hochverdichteten Papier, die Außenseite aus reißfestem Papier. Laut Frosta soll die Verpackung kompostierbar sein.

Laut dem Unternehmen wurde das Papier rein physikalisch bearbeitet, um es gegen Fett und Feuchtigkeit unempfindlich zu machen. Das Verfahren hat Frosta selbst entwickelt und zum Patent angemeldet. Die neuen Papierbeutel sollen bis zu 40 Millionen Plastikbeutel ersetzen, heißt es auf der Homepage der Firma. Bis Ende 2020 sollen demnach keine Plastikverpackungen mehr von Frosta genutzt werden.

Frosta schmeißt Plastik aus der TK-Truhe

Umweltverbände wie der WWF begrüßen solche Schritte - allerdings nicht uneingeschränkt. Denn Papier müsse nicht automatisch eine bessere Ökobilanz aufweisen. Allerdings sei das Material von Frosta "ein Fortschritt", so Daniel Müsgens, Holz- und Papierexperte beim WWF. Ob dieses Papier nun einen Effekt auf die Industrie habe, sei allerdings offen.

Allerdings hat die neue Verpackung nicht nur Vorteile für die Firma. Laut der "Lebensmittelzeitung" leidet die Produktpräsentation durch die Papierbeutel. "Auf dem ungebleichten Papier sehen unsere Produktfotos nicht mehr so brillant aus wie vorher, aber das nehmen wir der Umwelt zuliebe gerne in Kauf", zitiert die Zeitung das Frosta-Vorstandsmitglied Hinnerk Ehlers. "Die Optik sieht jetzt nach Öko aus. Für uns ist das auch ein Risiko", so Ehlers zur "Welt". Da die Entwicklung des neuen Verpackungsmaterials mit rund zwei Millionen Euro recht teuer war, plane Ehlers die Preise für die TK-Produkte im Einzelhandel um rund 20 Cent zu erhöhen. 

kg