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ARD-Lebensmittelcheck: Fertigprodukte im Test: Tim Mälzer entlarvt die Tricks der Industrie

Tiefkühlpizza, Tütensuppe oder Dosenravioli: Jeder zweite Deutsche greift mindestens einmal pro Woche zu Fertigprodukten. Doch was steckt in diesen Lebensmitteln? Tim Mälzer deckt die Tricks der Lebensmittelindustrie auf.

Tim Mälzer nimmt Fertigprodukte unter die Lupe

Tim Mälzer nimmt für den ARD-Lebensmittelcheck Fertigprodukte unter die Lupe.

Ginge es nach Tim Mälzer, hätten Fertigprodukte ausgedient. Er versteht sich als "Frischebotschafter", der Menschen an den Herd bringt. Doch die Realität sieht anders aus. Ob Tiefkühlpizza, Dosenravioli, Pastasoßen oder Rinderrouladen - jeder zweite Deutsche isst mindestens einmal pro Woche Fertiggerichte. "Der Markt für industriell gefertigte Lebensmittel wird immer größer", räumt auch Mälzer im ARD-Lebensmittelcheck ein. Doch was steckt eigentlich in den Produkten? Sind sie so mies wie ihr Ruf - oder viel gesünder als gedacht? Und sind Tiefkühlpizza und Co. wirklich ein Schnäpppchen? Kurz: Was spricht gegen eine Ernährung aus der Tüte?

Tim Mälzer checkt Fertigprodukte

Der TV-Koch hatte bereits vor einigen Jahren Fertigprodukte unter die Lupe genommen. Damals kamen Bohneneintopf, Dosenravioli, fertig gekochte Schweinemedaillons in Pilzsauce und weitere Fertiggerichte in den Mixer und wurden warm in einem Blindtest serviert. Das Ergebnis: Eigentlich schmeckte alles gleich. Doch wie kommt das? Ein Labor deckte auf: Glutamat - ein geschmacksverstärkender Zusatzstoff - kommt gerne und reichhaltig zum Einsatz. Der Stoff hebelt die Sättigungsbremse aus und sorgt für den Einheitsgeschmack vieler Produkte. 

Die Tricks mit Geschmacksverstärkern 

Inzwischen werben die Hersteller damit, dass sie ohne Zusatzstoffe arbeiten und auch keine Konservierungs- oder Farbstoffe nutzen. Aber ist das eine echte Verbesserung? Nicht wirklich: "Das nennt sich Clean Labeling", erklärt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. Verbraucher würden keine Zusatzstoffe mehr in der Zutatenliste akzeptieren. Also habe die Industrie gehandelt. So werden die früheren "E-Nummern", die eher ans Chemielabor als an eine Küche erinnerten, einfach ausgeschrieben. Was früher mit einem E und einer Nummer versehen war, steht heute als Zitronensäure oder Milchzucker auf der Verpackung.


Und so finden sich weiterhin Geschmacksverstärker in den Produkten - sie heißen nur anders: Hefeextrakt, Würze, Sojaextrakt, Weizenextrakt oder Milcheiweiß. Lediglich Glutamat muss gekennzeichnet werden, denn laut Lebensmittelgesetz ist dies ein Zusatzstoff. Alle anderen Geschmacksverstärker gelten als Zutaten. Und so wirbt die Industrie mit dem Verzicht auf diese Stoffe - obwohl sie weiterhin auf geschmacksverstärkende Inhaltsstoffe zurückgreift. Eine Verbrauchertäuschung? Vielleicht - aber nicht illegal.

Klar ist: Wird industriell produziert und nicht handwerklich gekocht, gehen Aromen verloren. Die werden eben künstlich ersetzt. Doch sind diese Produkte dadurch günstiger? 

Fertigprodukte gegen selbst gekochtes Essen

Mälzer macht den Test: Eine Portion Rinderrouladen mit Kartoffeln und Rotkohl kostet im Supermarkt 5,99 Euro. Selbst gekocht zahlen Verbraucher nur 2,70 Euro. Auch die Tütensuppe ist kein Schnäppchen. Selbst hergestellt kostet sie 50 Cent - das Tütchen ist drei Mal so teuer. Fertigpfannkuchen kosten 33 Cent pro 100 Gramm - wer sie selbst macht, bezahlt nur 12 Cent für 100 Gramm. Der abgepackte Kuchen ist sogar vier Mal so teuer. 

Liebstes Fertiggericht ist wohl die Tiefkühlpizza. In der Bio-Variante kostet sie im Supermarkt 3,90 Euro. Tim Mälzer backt die Pizza selbst in Bio-Qualität nach - und zahlt dafür gerade einmal 1,80 Euro.

Hier können Sie den Beitrag in der ARD-Mediathek ansehen.

 

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