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Führungswechsel Ackermann soll Deutsche-Bank-Aufsichtsratschef werden


Die offene Führungsfrage bei der Deutschen Bank ist Presseberichten zufolge geklärt.

Aufsichtsratschef Clemens Börsig werde seinen Posten voraussichtlich zur nächsten Hauptversammlung Ende Mai 2012 vorzeitig verlassen und für Vorstandschef Josef Ackermann freimachen, berichteten "Welt am Sonntag" und die "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe). Börsig sei dazu bereit, um im Aufsichtsrat einen breiten Konsens für die neue Doppelspitze herzustellen. Wie die "Welt am Sonntag" aus informierten Kreisen berichtete, will Börsig mit seinem vorzeitigen Rückzug als Chef des Aufsichtsrats den Weg für die von ihm vorgeschlagene Doppelspitze im Vorstand mit dem Deutschland-Chef Jürgen Fitschen und dem Chef-Investmentbanker Anshu Jain ebnen. Am Montag kommen dem Bericht zufolge verschiedene Gremien des Aufsichtsrats der Deutschen Bank in Frankfurt am Main zusammen, am Dienstag tage dann das ganze Kontrollgremium, das die Entscheidungen noch absegnen müsse. Ackermanns Vertrag als Vorstandsvorsitzender läuft im Mai 2013 aus. Als ein Kandidat für seine Nachfolge hatte der ehemalige Bundesbank-Chef Axel Weber gegolten, seitdem dieser im Februar überraschend seinen Rücktritt bei der Notenbank verkündet hatte. Weber aber hatte Anfang Juli erklärt, im kommenden Jahr zur Schweizer Großbank UBS wechseln zu wollen. Seitdem ist die Personaldebatte bei der Deutschen Bank wieder voll entbrannt. Börsig und andere Aufsichtsratsmitglieder hatten sich Medienberichten zufolge für eine Doppelspitze aus Jain und Fitschen stark gemacht. Die "Bild"-Zeitung (Montagsausgabe) berichtete jedoch, es sei noch offen, ob sich Fitschen neben Jain durchsetze oder ein anderer deutscher Vorstandskollege zum Zug komme. Fitschens Verhältnis zu Ackermann gelte bankintern als zerrüttet. Statt Fitschen seien deshalb auch Risiko-Vorstand Hugo Bänziger oder Privatkunden-Vorstand Rainer Neske im Gespräch, berichtete die Zeitung. Nach "Bild"-Informationen gab offenbar die Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat den Ausschlag zugunsten Ackermanns als neuem Chef des Gremiums. Börsig sei auf deutlichen Wunsch unter anderem mehrerer Arbeitnehmervertreter bereit, sein Amt vorzeitig abzugeben. Es habe dabei offenbar auch die Drohung mit einer Kampfabstimmung im Aufsichtsrat im Raum gestanden, die den Ruf der Bank massiv hätte beschädigen können, berichtete die Zeitung.

AFP AFP

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