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Führungswechsel: Müller wird neuer Porsche-Chef

Mit Matthias Müller wechselt ein enger Vertreter von VW-Vorstand Martin Winterkorn an die Spitze von Porsche. Der 57-jährige Audi-Experte soll die Integration des Sportwagenherstellers in den VW-Konzern vorantreiben. Sein Vorgänger Michael Macht wechselt nach Wolfsburg.

Matthias Müller wird neuer Porsche-Chef. Der VW-Manager löst Michael Macht an der Spitze des Sportwagenbauers ab. Der 57-Jährige gilt als enger Vertrauter von VW-Konzernlenker Martin Winterkorn und war bislang für die Produktstrategie und -planung bei Volkswagen zuständig. Müller tritt seinen Posten zum 1. Oktober an. Macht wechselt im Gegenzug nach Wolfsburg in den VW-Vorstand und wird künftig das Ressort Produktion und damit die Steuerung sämtlicher Werke des Volkswagenkonzerns verantworten.

Aufsichtsratschef Wolfgang Porsche würdigte Müller als ausgewiesenen Produktexperten. Der mächtige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück erklärte: "Aus zahlreichen Gesprächen mit Matthias Müller weiß ich, dass er die Eigenständigkeit von Porsche auch in Zukunft wahren wird."

Müller hat Audi- und VW-Vergangenheit

Der 57-jährige Müller gilt als einer der wichtigsten Männer in Wolfsburg. Mit dem in Chemnitz geborenen und in Bayern aufgewachsenen Manager kommt ein Mann an die die Porsche-Spitze, der die Produktplanungen von VW und Audi kennt. Dies ist ein großer Pluspunkt, weil es bei der Integration der Sportwagenschmiede in den VW-Konzern gerade auf eine genaue Abstimmung und Abgrenzung zwischen den gerne mal rivalisierenden Autobauern Audi und Porsche ankommt.

Müller leitete von 2003 bis 2007 das Produktmanagement der Audi-Marken, zu denen auch Seat und der Sportwagenbauer Lamborghini gehören. Anschließend folgte er seinem Chef Winterkorn in gleicher Funktion nach Wolfsburg. Wie sein Vorgänger Macht könne Müller ausgleichen und gehe nicht gleich mit dem Kopf durch die Wand, heißt es in Stuttgart.

Der 49-jährige Schwabe Macht galt als Ziehsohn seines schillernden Vorgängers Wendelin Wiedeking. Nach dem verlorenen Machtkampf mit VW und dem Abgang Wiedekings hatte er die Sportwagenschmiede mit ruhiger Hand geführt. Nun soll der ehemalige Porsche-Produktionschef bei VW in gleicher Position zeigen, was er in Stuttgart gelernt hat. Nach dem verlorenen Übernahmekampf soll Porsche ab 2011 als zehnte Marke in den VW-Konzern integriert werden.

DPA/be / DPA