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Einzelhandel in der Krise Galeria Karstadt Kaufhof plant Kahlschlag: Die Hälfte der Filialen soll schließen

Galeria Karstadt Kaufhof
Jede zweite Filiale der Warenauskette Galeria Karstadt Kaufhof soll schließen
© Axel Heimken
Schon länger kriselte es bei Galeria Karstadt Kaufhof. Nun plant die Warenhauskette Medienberichten zufolge einen beträchtlichen Teil seiner Filialen zu schließen. Tausende Mitarbeiter könnten ihren Job verlieren.

Das Coronavirus hat die Welt in kürzester Zeit schockgefroren. Um die Ausbreitung zu verhindern, wurde das öffentliche Leben wochenlang heruntergefahren. Die Folgen bekommen nun zahlreiche Branchen zu spüren - darunter auch der Einzelhandel. Zwar haben viele Geschäfte unter strengen Hygieneauflagen wieder geöffnet, die Kunden bleiben vielerorts jedoch aus.

Das trifft auch die bereits vor der Krise angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof. Einem "Spiegel"-Bericht zufolge plant die Konzernführung, knapp jede zweite Filiale zu schließen. Von den insgesamt 170 Standorten sollen 80 geschlossen werden. In den übrigen 90 Filialen sollen weiterhin zehn Prozent der Stellen gestrichen werden. Viele der derzeit 28.000 Mitarbeiter dürften nun um ihre Jobs bangen.

5000 Jobs könnten gestrichen werden

Der Gesamtbetriebsrat, dem das Sanierungskonzept am Freitag vorgestellt wurde, soll die geplanten Maßnahmen, die "an Grausamkeit kaum zu überbieten" seien als "Generalangriff auf die Beschäftigten" verurteilt haben.

Die Sanierungspläne sind noch nicht final, womöglich reduziert sich noch die Zahl der Filialschließungen. Der "Wirtschaftswoche" zufolge rechnen Insider jedoch mit dem Abbau von 5000 Vollzeitstellen. Intern sei die Rede von einem Stellenabbau, der "mehr als nur kosmetisch" sein soll.

Transformation wegen Corona auf Eis

Anfang 2019 fusionierte Galeria Kaufhof mit Karstadt unter dem Dach der Signa Holding, seitdem treten beide unter dem gemeinsamen Namen Galeria Karstadt Kaufhof auf.

Die Warenhauskette steht nicht erst seit der Coronakrise unter Druck: Bereits Ende 2019 stand die Kette tief in den roten Zahlen, der Verlust des Gesamtunternehmens soll sich auf einen dreistelligen Millionenbetrag summieren.

Die Konzernführung wollte durch die Zusammenlegung Synergieeffekte schaffen und Einsparpotenziale freischalten. Langfristig wollte man die Filialen in Shoppingcenter mit einem Schwerpunkt auf Fremdmarken legen. Durch die Coronakrise wurde die Transformation jedoch schlagartig auf Eis gelegt.

Quellen: "Der Spiegel", "Wirtschaftswoche"

cf

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