Gaskrise Russland und Ukraine verhandeln wieder


Im Streit über die russischen Gaslieferungen an die Ukraine sind nach EU-Angaben die Gespräche zwischen Vertretern beider Staaten wieder aufgenommen worden.

Russland hatte die Lieferungen am 1. Januar eingestellt, weil die Ukraine die geforderten höheren Preise nicht zahlen will. Unterdessen haben sich die Ukraine und Moldawien, dem Russland ebenfalls den Gashahn zugedreht hat, mit der Bitte um Vermittlung an die Europäische Union (EU) gewandt. EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sagte dazu: "Ich glaube, die EU ist definitiv daran interessiert, den Verhandlungsprozess zu fördern." Darin müsse aber auch Russland einbezogen werden.

Zuvor hatte Österreich, das derzeit die Präsidentschaft der Europäischen Union (EU) innehat, die Bitte Russlands auf Intervention in der Ukraine abgelehnt. "Die beiden Seiten sollten eine Lösung finden", sagte ein Sprecher Österreichs an die Adresse Russlands und der Ukraine. Die EU-Präsidentschaft wolle dabei keine Vermittlerrolle übernehmen.

Am Mittwoch Treffen der EU-Energie-Experten

Russlands Ministerpräsident Michail Fradkow hatte in einem Brief an den österreichischen Bundeskanzler Wolfgang Schüssel verlangt, die EU sollte sich in den Streit einschalten, weil die Ukraine für die EU bestimmtes Erdgas illegal abgezweigt habe. Die europäischen Vertragspartner hätten das Recht, von der Ukraine einen ununterbrochenen und vollständigen Gas-Transit aus Russland zu fordern, zitierte die Agentur Interfax aus dem Schreiben.

Vor einem Treffen der EU-Energie-Experten am Mittwoch haben fünf zentraleuropäische EU-Länder am Dienstag in Warschau vereinbart, ihre Energiepolitik künftig enger abzustimmen. Vertreter Polens, der Slowakei, Ungarns, Tschechien und Österreichs berieten zudem über eine Diversifizierung der Energieimporte und die Suche nach alternativen Energiequellen.

Reuters


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