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Geflecht aus Offshore-Firmen: US-Senat wirft Apple Milliarden-Steuertricks vor

Gesetzeslücken senken in den USA die Steuerlast von Großkonzern Apple. Nun will der Senat Unternehmenschef Tim Cook ins Gewissen reden und hat ihn zur Anhörung nach Washington zitiert.

Der US-Computerkonzern Apple hat durch ein komplexes Geflecht aus vielfach im Ausland angesiedelten Firmen in den USA Steuerzahlungen in zweistelliger Milliardenhöhe vermieden. Dies stellt ein Bericht des US-Senats fest, der am Dienstag in der Parlamentskammer diskutiert werden soll. Die Untersuchung wirft Apple zwar nicht vor, illegal gehandelt zu haben, verdeutlicht aber Gesetzeslücken in den USA, die viele Großkonzerne massiv zur Steuervermeidung nutzen.

"Apple war nicht damit zufrieden, Gewinne in ein Niedrig-Steuer-Paradies zu verlegen", erklärte Senator Carl Levin, der den permanenten Senatsunterausschuss für Untersuchungen leitet, am Montag. "Apple hat den Heiligen Gral der Steuervermeidung gesucht." Das Unternehmen habe Offshore-Firmen gegründet, die dutzende Milliarden Dollar verwalteten, und so dem US-Fiskus Steuereinnahmen entzogen.

Milliarden verbucht, keinen Steuerstandort angegeben

Der republikanische Senator John McCain, der gleichfalls dem Ausschuss angehört, sprach von "sehr fragwürdigen Steuerstrategien, die Unternehmen wie Apple nutzen, um Steuerzahlungen in Amerika zu vermeiden". Er fand, dass "der Großteil von Apples kreativer Energie" besser in innovative Produkte und Dienstleistungen fließen sollte "und nicht in seine Steuerabteilung".

Laut dem Senatsbericht verlagerte Apple zum Beispiel Rechte an geistigem Eigentum in Firmen in Ländern mit niedriger Besteuerung. Eine Filiale habe Nettozuflüsse von 30 Milliarden Dollar verbucht, sich aber geweigert, einen Steuerstandort anzugeben, heißt es. Sie habe über fünf Jahre "überhaupt keine Unternehmenssteuer an irgendeine nationale Regierung gezahlt".

Tim Cook: "Apple hält sich an die Gesetze"

Zudem habe es Apple geschafft, mit Irlands Regierung eine Steuerquote von zwei Prozent auszuhandeln statt die übliche Rate von zwölf Prozent. Zwischen 2009 und 2012 habe das Unternehmen dabei 74 Milliarden Dollar an Umsatz von den USA nach Irland verlagert. Laut dem Bericht verfügt Apple über 145 Milliarden Dollar Barreserven, von denen 102 Milliarden außerhalb der USA lägen, um Steuern zu sparen.

Bei der Anhörung muss auch Apple-Chef Tim Cook den Senatoren Rede und Antwort stehen. „Apple hält sich an die Gesetze und auch an den Geist der Gesetze", beteuert Cook in einer zuvor veröffentlichten Stellungnahme. "Und Apple zahlt alle nötigen Steuern in diesem Land und jenseits der Grenzen." Gleichzeitig verlangte der Apple-Chef eine Reform der Steuergesetze. Diese hätten "nicht mit der Geschwindigkeit des digitalen Zeitalters und der sich schnell wandelnden Weltwirtschaft Schritt gehalten".

lin/DPA/AFP / DPA