HOME

Geplanter Nuklear-Deal: Verhilft Trump Saudi-Arabien zur Atombombe?

Trotz der Ermordung des Bloggers Jamal Kashoggi verspricht US-Präsident Donald Trump den Saudis weiter beste Geschäfte. Zunehmende Sorge bereitet ein geplanter Nukleardeal.

Donald Trump und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman bei einem treffen 2017 in Riad

Donald Trump und Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman bei einem treffen 2017 in Riad

AFP

US-Präsident Donald Trump hat klargemacht, dass er trotz der Affäre um die Ermordung des Bloggers Jama Kashoggi fest an der Seite des Regimes in Saudi-Arabien steht. Den Grund hat Trump auch ganz offen genannt: wirtschaftliche Interessen. Trump will weiter Milliardengeschäfte mit dem Königreich in Riad schließen.

Ein geplanter Energiedeal aber sorgt nun zunehmend für Besorgnis auch im eigenen Land, wie die "New York Times" berichtet. Noch bevor sich die Aufmerksamkeit darauf richtete, ob Kronprinz Mohammed bin Salman für den Kashoggi-Mord verantwortlich sei, habe die CIA eine andere Frage untersucht: Versucht der Kronprinz die Voraussetzungen zu schaffen, um eine Atombombe bauen zu können?

Laut dem Bericht habe bin Salman mit den USA über den Kauf von Plänen für den Bau von Atomkraftwerken verhandelt. Je nachdem, wie viele Atomkraftwerke gebaut werden, solle der Deal ein Volumen von bis zu 80 Milliarden US-Dollar haben.

Ausschließlich zivile Nutzung?

Offiziell geht es nur um Energiegewinnung. Doch Details, die das Blatt aus Verhandlungskreisen – sowohl von US- als auch von saudischer Seite – erfahren hat, lassen aufhorchen. So soll Saudi-Arabien darauf bestehen, selbst Nuklearbrennstoff zu produzieren, obwohl es diesen aus dem Ausland deutlich günstiger beziehen könnte. Dies schüre in Washington Bedenken, ob die Saudis aus dem Energieprojekt ein geheimes Waffenprojekt machen wollten. Zudem hätte die saudische Verhandlungsseite klar gemacht, dass man keine Vereinbarung unterschreiben werde, die UN-Inspektoren Zugang zu dem Nuklearprojekt geben würde.

Sollte es zu einem Nukleardeal mit Saudi-Arabien kommen, müsste der Kongress eine Veto-Mehrheit zustande bekommen, um die Pläne zu stoppen. "Es ist eine Sache, ihnen Flugzeuge zu verkaufen, aber etwas Anderes, ihnen Atomraketen zu verkaufen oder die Fähigkeit, diese zu bauen", sagt der demokratische Außenpolitiker Brad Sherman. Mit Blick auf den Kashoggi-Mord in der saudischen Botschaft in Istanbul sagt Sherman: "Einem Land, dem man nicht mit einer Knochensäge trauen kann, kann man nicht mit Atomwaffen trauen."

Die saudische Regierung erklärt offiziell, es gehe "ausschließlich um zivile und friedfertige Nutzung". Früher in diesem Jahr hatte Prinz Mohammed bin Salman allerdings erklärt, sollte der große Rivale Iran eine Atombombe entwickeln, werde man "so schnell wie möglich" folgen. Die US-Regierung äußert sich laut "New York Times" nicht zum Stand der Verhandlungen. Als Trumps Energieminister Rick Perry im März im Kongress gefragt wurde, ob die US-Regierung bei den Verhandlungen darauf bestehen, dass Saudi-Arabien keinen eigenen Nuklearbrennstoff produziere, habe dieser geschwiegen.

Quelle: "New York Times" 

bak