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Geschäftsklimaindex: Die gute Stimmung ebbt ab

Die Wirtschaft blickt nicht mehr ganz so zuversichtlich in die Zukunft wie noch vor wenigen Monaten. Das ergibt sich aus dem neusten, vom Ifo-Institut erstellten Geschäftsklimaindex. "Es sind erste konjunkturelle Bremsspuren sichtbar", sagte Ifo-Chef Hans-Werner Sinn.

Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich im September überraschend deutlich eingetrübt. Der monatliche erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex fiel von 105,8 Punkten im August auf nun 104,2 Punkte, wie das Institut für Wirtschaftsforschung nun mitteilte. "Erste konjunkturelle Bremsspuren sind sichtbar. Dazu dürften auch die Ereignisse an den Finanzmärkten beigetragen haben", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Experten hatten mit einem weniger deutlichen Rückgang des Konjunkturbarometers gerechnet. Das Klima in der Wirtschaft hat sich damit zum vierten Mal in Folge abgekühlt. Vor allem der Einzelhandel und das Baugewerbe erwarten einen Rückgang ihrer Geschäfte. Im verarbeitenden Gewerbe werde die Geschäftslage trotz leichter Einschränkungen im Vergleich zum Vormonat weiter günstig eingeschätzt, sagte Sinn: "In den Erwartungen kommt allerdings nur noch verhaltene Zuversicht zum Ausdruck. Für das zukünftige Exportgeschäft werden trotz des hohen Eurokurses bislang noch keine stärkeren Auswirkungen befürchtet."

Die Unsicherheiten an den Finanzmärkten hatten die Börsen weltweit auf Talfahrt geschickt. Viele Experten rechnen wegen der Turbulenzen und der Vertrauenskrise mit eingetrübten Aussichten für die Konjunktur.

Zuletzt hatten die Ifo-Konjunkturforscher keinen Anlass zur Sorge vor wirtschaftlichen Rückschlägen gesehen. Weil der Index im August noch immer deutlich über seinem langjährigen Durchschnitt lag, geht Institutschef Hans-Werner Sinn von einer weiter robusten konjunkturellen Entwicklung aus.

DPA/Reuters / DPA / Reuters