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GETRÄNKE: Kampf auf dem Sektmarkt hält die Preise niedrig

Wenige Wochen vor den Festtagen können sich die Verbraucher über Sekt zu Schnäppchenpreisen freuen. Und dies dürfte noch eine Weile so bleiben.

Ein Ende des Preiskampfes im deutschen Sektmarkt ist trotz der Konzentration in der Branche nicht abzusehen. Diese Ansicht vertritt der Vorstand der Sektkellerei Schloss Wachenheim, Uwe Moll. »Jeder Einzelhändler versucht zur Zeit, über Aktionspreise Publikum in die Läden zu locken«, erklärt Moll. Sonderangebote für Sekt, Schokolade oder Kaffee gehören zu den erfolgreichsten »Lockvögeln« des Handels.

Der Unterschied zwischen Sekt und Blumen

Paradoxerweise ist Sekt gerade dann am billigsten, wenn er am meisten gefragt wird, klagt Moll, nämlich in der Zeit vor Neujahr. »Der Handel hat nicht verstanden, was für Blumenanbieter normal ist - vor dem Valentinstag gehen dort die Preise nach oben.«

Fixes Preisniveau nicht möglich

Die Hoffnung der Wachenheimer, dass die Übernahme der Konkurrenz-Marken »Mumm« und »MM« durch die ostdeutsche Kellerei Rotkäppchen eine Ära der »Preispflege« einläuten könnte, hat sich zerschlagen. Der dramatische Wettbewerb im Einzelhandel macht es für die Sekt-Hersteller so gut wie unmöglich, höhere Preise durchzusetzen. Außerdem ist die Nachfragemacht des Handels zu groß. »Wir versuchen, ein bestimmtes Preisniveau mit den Einzelhändlern zu vereinbaren, aber das hat nur begrenzten Erfolg«, erläutert Moll.

Drei führende Kellereien

Die Sektkellerei Schloss Wachenheim, zu der unter anderem die Marken »Faber« und »Schloss Wachenheim« gehören, ist nach eigenen Angaben der führende Hersteller von Sekt und Schaumwein. Neben der Firmengruppe aus Wachenheim gibt es nur noch zwei weitere große Hersteller - Henkell & Söhnlein und Rotkäppchen.

Verkauf unter Einstandspreis

Oft verkauft der Handel den Sekt sogar unter Einstandspreis. Dagegen soll auch seitens des Gesetzgebers mehr getan werden. Dies schadet dem Fiskus, da ihm dadurch Mehrwertsteuereinnahmen entgingen. »Diese Schleuderpreise beschädigen außerdem den Wert der Marken im Kern.« Moll glaubt allerdings nicht, dass sich Dumpingpreise gänzlich unterbinden lassen. »Dazu gibt es zu viele Sonderaktionen wie Neueröffnungen und Jubiläen.«

Auch Discounter nagen am Kuchen

Gerade die Marke »Faber«, die im unteren Preissegment angesiedelt ist, wird von zwei Seiten in die Zange genommen. Sie bekommt die Konkurrenz durch die Eigenmarken der Discount-Märkte besonders zu spüren. Außerdem leidet »Faber« unter Schnäppchenpreisen für hochwertigere Marken.

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