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Preiskrieg eskaliert: Rewe sagt Aldi, Lidl und Co. den Kampf an - und ist mit diesem Schritt nicht allein

Seit Monaten verhökern die Discounter Markenprodukte zu Schleuderpreisen. Damit attackieren Aldi, Lidl und Co. das Geschäftsmodell der Supermärkte. Das passt dem Rewe-Chef gar nicht. Der Preiskampf geht in die nächste Runde.

Rewe will Aldi, Lidl und Co. attackieren

Rewe will Aldi, Lidl und Co. attackieren

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Seit Monaten wildern Deutschlands Discounter im Bereich der Supermärkte. Statt auf günstige Hausmarken zu setzen, verhökern Aldi, Lidl und Co. inzwischen vermehrt Markenprodukte. Und liefern sich einen knallharten Preiskampf. Ob Coca-Cola, Markenbutter oder Nivea-Duschgel: Keine Produktgruppe ist vor dem Rotstift der Billigheimer sicher. Dass diese Strategie, um mehr Kunden in die Discounterfilialen zu locken, die Supermärkte erzürnt, ist wenig überraschend.

Offenbar hat Rewe-Chef Lionel Souque nun die Faxen dicke. Anders lässt sich seine kämpferische Aussage bei der Vorstellung der Jahreszahlen 2018 nicht erklären. "Wir verfolgen die Preise von Aldi und Lidl jeden Tag und passen unsere Preise entsprechend an", zitiert die "Welt" den Manager. "Wir werden keine Preisführerschaft von Aldi bei Markenartikeln zulassen." Diese Aussage ist klar als Kampfansage zu verstehen. 

Aldi und Lidl gegen Rewe und Co.

Dass Lidl schon früh auf Marken gesetzt hatte, mussten die etablierten Supermarktketten wie Edeka und Rewe hinnehmen. Nun räumte auch Aldi immer mehr bekannte Produkte in die Regale - und verschärfte damit den Kampf um den besten Preis. Dem entzogen sich die Supermärkte bislang mit neuen Konzepten wie aufgehübschten Obst- und Gemüse-Abteilungen. Doch auch hier haben die Discounter aufgeholt. Die Filialen von Aldi Nord werden derzeit aufwendig renoviert, bei Aldi Süd wurde schon in den vergangenen Jahren modernisiert. Für Kunden verwischen die starren Grenzen zwischen Discounter und Voll-Supermarkt immer mehr. 

Die Entwicklung beschränkt sich aber nicht nur auf den Supermarkt-Bereich. Auch die großen Drogerieketten sind aufgescheucht von Aldis aggressiver Preispolitik. Denn auch Waschmittel und Duschgel von namhaften Herstellern werden bei Aldi zum Kampfpreis verkauft. Rossmann bläst nun ebenfalls zum Gegenangriff. "Wir strengen uns an. Unsere Wettbewerber sind nicht nur dm und Müller, sondern auch die Discounter und Vollsortimenter", sagt Konzernchef Dirk Roßmann im Gespräch mit der "Lebensmittelzeitung". "Es ist müßig, Preiskämpfe zu zählen. Es gibt immer wieder Phasen, wo Eckartikel verstärkt im Fokus stehen und die Preisspirale nach unten einsetzt." Durch Aldis Preisaktionen stehe Rossmann nicht weniger hoch im Kurs bei Kunden. 

Rossmann und dm mischen mit

Allerdings setzt die Drogeriekette Rossmann selbst auf die Rotstift-Taktik und reduziert wöchentlich Markenartikel, berichtet die "LZ". Diese Strategie führte in der Vergangenheit zu Ärger mit dem Konkurrenten dm. Nun weitet sich dieser Preiskrieg aus. Denn dm setzt nicht auf kurzfristige Preisreduzierung, sondern auf dauerhaft günstige Preise. Bis jetzt. Ende März eskalierte die Situation: Aldi hatte Nivea-Artikel im Angebot. Lidl unterbot den Preis und verramschte die Produkte noch günstiger. Aldi war gezwungen, nachzuziehen. Und dann kam dm: Die Drogeriekette reduzierte den Dauerpreis für Nivea-Produkte. Die Konzernspitze hatte immer wieder angemerkt, dass man sich im Kernsortiment nicht von Wettbewerbern unterbieten lasse, so die "Lebensmittelzeitung".

Die Preisschlacht im Einzelhandel nimmt also weiter an Fahrt auf. Das Duell der Händler könnte für sie langfristig zum Problem werden, denn die Preisreduzierung geht klar zu Lasten der Marge. Kunden hingegen können sich über eine Schnäppchen-Flut freuen.

Quellen: Welt / Lebensmittelzeitung

 

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kg