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Rossmann und dm: Falsche Schnäppchen und Plünderungen: Der Preiskampf der Drogerie-Märkte

Schnäppchen-Alarm: Mit roten Preisschildern weist Rossmann Kunden auf besonders reduzierte Angebote hin. Doch meist sparen Kunden gar nicht so viel. dm geht einen anderen Weg: Mitarbeiter plündern einfach die Regal der Wettbewerber. Über den Preiskrieg der Drogerien.

Rossmann: Der Trick mit den bei Schnäppchen-Preis

Rossmann trickst bei den Angeboten und dm plündert die Konkurrenz.

Woche für Woche zieren die Regale in den Rossmann-Filialen rote Preisschilder. Sie sind etwas größer, "Werbung" steht gut lesbar drüber. So bewirbt die Drogeriekette in den Läden die speziellen Angebote. Fett gedruckt prangt der reduzierte Preis auf dem Preisetikett. Schnäppchen voraus - das suggerieren die Schilder. Doch das stimmt nicht unbedingt. 

Dreiste Masche von Rossmann

Wie der "Supermarktblog" berichtet, sind die Preisschilder zwar auffällig, aber häufig ist die Ersparnis nicht so groß wie angegeben. Der Trick: Statt den vorherigen Preis neben den Angebotspreis zu drucken, finden Kunden dort den "UVP"-Preis. Doch der hat selten etwas mit der Realität zu tun. Meist ist der Artikel auch ohne Schnäppchenschild viel günstiger zu haben. Ein Beispiel des Blogs: Eine Zahnbürste kostet laut UVP 3,29 Euro und ist als Angebot für 2,29 Euro zu haben. Ein echter Schnapper? Nein, denn tatsächlich wurde die Zahnbürste bislang für 2,35 Euro verkauft. Der Kunde spart also gerade einmal sechs Cent. Auch bei Duschgel von Axe funktioniert der Trick, hier sparen die Kunden lediglich 12 Cent. Glaubt man dem UVP-Vergleich wären es aber 1,30 Euro. 

Die frechste Kundenabzocke: Der Babydream Brei kostet normalerweise 69 Cent. Im Angebot lockt Rossmann mit einem Sonderpreis, der gar keiner ist: Auch 69 Cent, berichtet der "Supermarktblog". Auf den Preisschildern gibt es keinen vorherigen Preis zum Vergleichen. 

Aufdecken lassen sich diese Preis-Tricksereien ganz einfach, berichtet der Blog. Die Mitarbeiter tauschen nämlich die Preisschilder nicht aus, sondern stecken die Rabatt-Etiketten lediglich vor die alten. Wer also den normalen Preis erfahren möchte, muss nur das Angebotszettelchen ein bisschen verschieben.

Dm schickt Mitarbeiter zum Plündern in Konkurrenz-Filialen

Neu ist das Vorgehen von Rossmann nicht. Seit Jahren beschweren sich Kunden bei den Verbraucherzentralen über die intransparente Preispolitik. Doch Rossmann hält an der Masche fest: Mit wöchentlichen Sonderangeboten sollen Kunden gelockt werden.

Die Konkurrenzkette dm fährt eine Strategie. Dort sollen dauerhaft günstige Preise überzeugen. Doch wie der "Focus" berichtet, sollen dm-Mitarbeiter gezielt die Angebote der Wettbewerber plündern. "Hierzu wird zentralseitig eine Liste mit relevanten Artikeln montagsmorgens bereitgestellt", zitiert der "Focus" aus einer internen Anweisung des Unternehmens. Marketing-Geschäftsführer Christoph Werner bestätigte der dpa am Freitag schriftlich: "Wir stellen unseren Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten Informationen zur Verfügung, die es ihnen ermöglichen, die günstigste Einkaufsquelle für ihren Markt zu nutzen. Diese Quelle können auch Wettbewerber sein, wenn diese Artikel unseres Sortiments zu einem Preis anbieten, der unter unserem Einkaufspreis beim Hersteller liegt." Man gehe davon aus, dass die Wettbewerber "nicht unter Einstandspreis verkaufen", so dass diese durch das dm-Vorgehen keine Nachteile hätten. Die nun bekannt gewordene Praxis ist eine weitere Facette im Konkurrenzkampf der Drogeriemärkte. Erst kürzlich hatte der Bundesgerichtshof (BGH) in einem Rabatt-Streit zugunsten der Drogeriekette Müller entschieden. Drogerien und andere Märkte dürfen sich demnach an Rabattaktionen der Konkurrenz "anhängen" und damit werben, die fremden Gutscheine auch in eigenen Filialen einzulösen.


Müller hatte Kunden mit dem Angebot gelockt, Zehn-Prozent-Coupons von dm, Rossmann und Douglas ebenfalls anzunehmen. Ähnlich agieren auch andere Drogerien, beispielsweise die Hamburger Kette Budnikowski.

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kg mit Agenuren