GM und Magna Opel-Deal steht vor dem Abschluss


Wer gedacht hatte, der Opel-Verkauf an Magna sei in trockenen Tüchtern, ist in den vergangenen Tagen eines Besseren belehrt worden. Immerhin soll es keine Abkehr von dem Deal geben. Ob der aber wie geplant in dieser Woche endgültig abgesegnet wird?

Die Bundesregierung und der Übergangsverwalter von Opel wollen trotz der Bedenken der EU nicht am Verkauf des Rüsselsheimer Autobauers an Magna rütteln. Die Opel-Treuhand, die die Mehrheit der Anteile bis zu einem Verkauf hält, sieht keinen Anlass, den Bieterprozess noch einmal aufzurollen, wie sie am Montag erklärte.

Die Bundesregierung hatte zuvor versucht, in einem Brief die Zweifel von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes auszuräumen, ob bei dem Verkauf alles mit rechten Dingen zugegangen sei. "Es gibt keinen Anlass, bisherige Entscheidungen infrage zustellen", sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. "Insbesondere ist eine Wiederholung der Entscheidungsmechanismen in keinster Weise geboten." Auch das Wirtschaftsministerium betonte, man rechne nicht mit grundlegenden Problemen. Ein Treuhand-Sprecher sagte, der Verkauf habe sich nur an wirtschaftlichen Gegebenheiten und nicht an politischen Zwängen orientiert.

Verhandlungen mit Belegschaft dauern an

Möglicherweise können die Verträge zwischen dem bisherigen Opel-Eigentümer General Motors (GM) und Magna sowie dessen russischem Partner Sberbank damit in dieser Woche unterzeichnet werden. Vergangene Woche war die Prozedur - auch wegen der Bedenken aus Brüssel - verschoben worden. Die Verhandlungen mit Regionalpolitikern und Gewerkschaftsvertretern in Spanien dauerten allerdings am Montag an. Auch in Deutschland wurde mit Arbeitnehmervertretern weiter über die Beteiligung der Belegschaft an "New Opel" gesprochen. Sie soll für einen Verzicht auf Lohnbestandteile zehn Prozent am Unternehmen erhalten. GM will 35 Prozent behalten.

Das "Wall Street Journal" berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, auch GM wolle den Opel-Verkauf nicht neu aufrollen. Sollte er aber am Veto der EU scheitern, drohten den Beschäftigten dort härtere Einschnitte. Dann würde GM die Europa-Tochter behalten und den Staat um Hilfe bitten oder Opel in die Insolvenz schicken. Mindestens eines der vier Werke in Deutschland werde geschlossen, tausende von Stellen mehr würden gestrichen. Der hessische FDP-Politiker Dirk Pfeil, der für die Länder in der Opel-Treuhand sitzt, sprach sich für den Verbleib bei GM aus: "Für die deutschen Steuerzahler wäre das auch die billigste Variante", sagte er der Nachrichtenagentur Reuters. Pfeil hatte bisher RHJ als Käufer favorisiert.

Magna soll 4,5 Milliarden Euro von Deutschland und den anderen Staaten mit Opel- und Vauxhall-Werken bekommen. 10.500 der 50.000 Stellen bei Opel sollen wegfallen, davon rund 4000 in Deutschland. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums betonte, Deutschland würde notfalls auch alleine zahlen. Die Zusage des Bundes sei "nicht von der finanziellen Beteiligung der anderen Standortländer abhängig". Die Bundesregierung hatte das Konzept von Magna von Anfang an favorisiert.

Reuters Reuters

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