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89 Menschen in Deutschland: Grundeinkommen: Die erste Million wurde schon verteilt

Das Berliner Start-up "Mein Grundeinkommen" sammelt per Crowdfunding Geld, um es als Grundeinkommen weiter zu geben. Schon 89 Grundeinkommen von monatlich 1000 Euro wurden finanziert. Das Projekt hat die Marke von einer Million Euro geknackt - und es geht weiter.

1000 Euro im Monat: Wie funktioniert das bedingungslose Grundeinkommen?

Das Grundeinkommen soll Arbeit von Einkommen entkoppeln. Statt in einem Hamsterrad zu schuften, soll durch eine monatliche Zahlung das Leben gesichert werden - um Kreativität und Engagement für die Gesellschaft frei zu setzen. So zumindest stellen sich die Befürworter das bedingungslose Grundeinkommen vor.

Einer der Vorreiter der Idee in Deutschland ist Michael Bohmeyer, der mit seinem Start-up "Mein Grundeinkommen" schon 70 Menschen ein Grundeinkommen ermöglicht hat, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Enorm". Per Crowdfunding sammelt er Geld ein. Interessierte können sich dafür bewerben. Ende April kamen erneut 15 Menschen in den Genuss, jeden Monat 1000 Euro zu erhalten.

Insgesamt wurden bereits 89 Grundeinkommen finanziert. Damit hat das Projekt die Marke von einer Million Euro geknackt.

Die Idee des Grundeinkommens fasziniert - und spaltet. Denn vor allem seitens der Wirtschaft kommt Kritik. Das monatliche Geld würde gebraucht, um die Motivation aufrecht zu erhalten. Bekomme man Geld ohne Leistung, würden viele gar nicht mehr arbeiten. Und: Die grundsätzliche Finanzierbarkeit steht ebenfalls in der Kritik. Allerdings nicht bei allen Firmenlenkern. Der Drogeriechef von dm,  Götz Werner, ist Befürworter des Grundeinkommens.

Finnland erprobt das Grundeinkommen

Dennoch wird das Grundeinkommen inzwischen erprobt. So hat Finnland ein Pilotprojekt gestartet, bei dem Langzeitarbeitslose das Grundeinkommen erhalten - und sich zusätzlich auf Jobs bewerben können. Einer der Probanden ist von dem Testlauf überzeugt. "Das Grundeinkommen erlaubt mir, zurück in mein altes Leben zu kommen", so Juha Järvinen, Vater von sechs Kindern und lange Zeit arbeitslos. "Ich kann befreit Dinge ausprobieren."

+++ Wie das Grundeinkommen das Lebens eines Finnen veränderte +++

In Deutschland will Michael Bohmeyer weitermachen. Inzwischen sammelt er für das 90. Grundeinkommen - und trifft damit einen Nerv. Bei einer Befragung gaben 82 Prozent der Menschen an, dass sie das Grundeinkommen befürworten. Und die Praxis zeigt, dass die monatliche Zahlung nicht unbedingt faul macht. Die Menschen, die von Bohmeyer ein Grundeinkommen erhielten, arbeiteten meist in ihrem Job weiter - nur mit deutlich weniger finanziellen Sorgen.

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kg
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