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Geld ohne Gegenleistung Umfrage: Großteil der Deutschen für bedingungsloses Grundeinkommen

Geld ohne Gegenleistung: Umfrage: Großteil der Deutschen für bedingungsloses Grundeinkommen
Was ist das Grundeinkommen? Jeder Bürger – egal ob arm oder steinreich - bekommt einen monatlichen Betrag - gerechnet wird aktuell mit 1000 Euro - vom Staat. Statt Leistungen wie Kinder- oder Arbeitslosengeld zu bekommen, gibt es nur diesen Betrag - dafür für alle. Auch für Arbeitnehmer, Unternehmer, Selbstständige. Wie läuft die Finanzierung? Finanzieren wollen die Experten das Projekt mit einer höheren Besteuerung: 50 Prozent vom Gehalt, Dividenden und Aktiengewinnen
gehen an den Staat. 2015 habe der Sozialetat bei 888 Milliarden Euro gelegen. Davon könne man ein monatliches Grundeinkommen von 1000 Euro finanzieren. Ausgaben würden gleichermaßen von Kapital und Arbeit getragen. Konkrete Rechnung: Eine Uni-Professorin mit 120.000 Euro Jahresgehalt würde 50 Prozent Steuern zahlen, gleichzeitig aber 12.000 Euro im Jahr Grundeinkommen erhalten. Sie würde also eine Nettosteuer von 48.000 Euro zahlen, das entspräche 40 Prozent. Bei einer Putzhilfe mit 24.000 Euro Jahresgehalt läge der Nettosteuersatz bei null. Warum das Ganze? Arbeitsplätze, wie wir sie heute kennen, wird es künftig deutlich weniger geben. Das Arbeiten selbst wird sich verändern. Längere Erholungsphasen sind gut für die Motivation, aber auch für die Gesundheit. Weniger Erwerbsarbeit ermöglicht Chancen zur Weiterbildung, Selbstverwirklichung, Engagement oder Kümmern um die Familie. Kritik am Konzept: Kritiker widersprechen, sie fürchten, dass das Grundeinkommen die Menschen faul macht und Alkoholismus fördert. Schwere und unattraktive Arbeit würde kaum noch jemand machen wollen. Befürworter sagen, dass die Menschen befreit von Existenzängsten, freier und unverkrampfter ihrer Arbeit nachgehen könnten und produktiver wären. Davon würden alle profitieren.
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Jeden Monat Geld? Ohne Bedingungen? Eine aktuelle und repräsentative YouGov-Umfrage zeigt: Fast drei Viertel der Deutschen steht einer solchen Idee eher zustimmend gegenüber.

Eine schöne Vorstellung: Jeden Monat landen 1000 Euro auf dem Konto. Einfach so und ohne Bedingungen. Der gemeinnützige Verein "Mein Grundeinkommen" macht diese Utopie zur Realität. Die Berliner sammeln per Crowdfunding Geld ein, wenn genug zusammen gekommen ist, finanzieren sie einem Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). Wer in den Genuss dieser Leistung kommt, entscheidet das Los. 45 Personen sind es bereits, es kommen ständig neue hinzu. Die Macher betrachten ihre Wohltaten als Experiment. Aber auch die internationale Politik beschäftigt sich mit dem Thema. In Finnland etwa wird gerade ernsthaft über die Einführung eines BGE nachgedacht, in der Schweiz gab es vor einigen Tagen eine Volksabstimmung darüber.

Beim Meinungsforschungsinstitut YouGov gab "Mein Grundeinkommen" nun eine repräsentative Umfrage zur Stimmungslage in Deutschland in Auftrag. Das Ergebnis: Die Befragten stehen der Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens mehrheitlich zustimmend gegenüber: 

Nach Angaben der Initiatoren überwog die Zustimmung bei der im Mai 2015 durchgeführten Umfrage über alle Parteigrenzen hinweg. 

Grundeinkommen: Viele würden weiterarbeiten, sich aber mehr Zeit für die Familie nehmen

Auf die weitere Frage, was die Leute an ihrer derzeitigen beruflichen Situation ändern würden, sollten sie ein BGE erhalten, antwortete der größte Teil, dass alles bleiben würde wie es ist. 26 Prozent würden selbstbestimmter Entscheidungen treffen, ein Fünftel würde sich einen besseren Job suchen. 

Privat würde sich ein Viertel der Befragten mehr Zeit für die Familie nehmen, 16 Prozent würden sich stärker gesellschaftlich engagieren. Einfach nur ausspannen und gar nichts machen würden nur 11 Prozent der Befragten. 

Mehr Ergebnisse der Umfrage finden Sie hier.

rös

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