Herbert Hainer adidas-Chef Hainer: «Wir sind sehr viel schneller geworden»

Ihren Vorstandschef treffen die adidas-Mitarbeiter auch schon mal im hauseigenen Fitness-Studio. Seit Herbert Hainer vor zwei Jahren den Chefsessel übernommen hat, ist einiges anders geworden.

Vor genau zwei Jahren hat Herbert Hainer den Posten an der Spitze des Sportartikelherstellers von Robert Louis-Dreyfus übernommen. Seitdem hat sich in der Firmenzentrale, der «World of Sports» im fränkischen Herzogenaurach, Einiges geändert.

Chef zum Anfassen

«Robert war für viele unnahbar. Heute haben wir einen sehr kameradschaftlichen Umgang miteinander», sagt der 48-jährige Manager. Doch seine legere Art sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass Hainer auch mächtig Druck machen kann. Die Firmenstruktur hat er gründlich umgekrempelt. Hierarchien wurden abgeschafft, ganze Abteilungen zugemacht, die Produktionszeiten von 18 auf 12 Monate verkürzt. «Wir sind sehr viel schneller geworden», meint Hainer. Mit den drei Sparten «Sport Performance» (Sportschuhe und -bekleidung), «Sport Heritage» (Lifestyle-Produkte) und «Sport Style» (Mode) hat sich adidas neu aufgestellt.

Mitarbeiter immer informieren

«Ich akzeptiere keine Ausrede, warum bestimmte Dinge nicht erreicht werden können», sagt der gebürtige Niederbayer, der 1987 von Procter & Gamble zu adidas gekommen war und dort unaufhaltsam aufstieg. Für entscheidend hält er es, die Beschäftigten frühzeitig über seinen Kurs zu informieren: «Wenn man die Leute mitnimmt, kann man auch unangenehme Dinge machen.»

Ziel: Die Nummer 1 werden

Illusionen gibt sich Hainer dennoch nicht hin: «Es ist schwer, nah am Geschehen dran zu bleiben. Wenn man oben ist, bekommt man gefilterte Informationen.» Der Firmenchef stellt sich deshalb auch mal selbst in die Fußgängerzone, um zu sehen, welche Schuhe die Leute denn so tragen. Eine Strategie, die sich auszahlt: Heute glänzt adidas-Salomon mit kräftigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen. Hainer sieht dennoch weitere Herausforderungen: «Wir machen noch zu wenig Gewinn und haben noch zu viele Schulden.» Sein Hauptziel bleibt es freilich, den Hauptkonkurrenten Nike zu überholen und Weltmarktführer zu werden. «Wir wollen nicht auf Dauer die Nummer zwei bleiben.»


Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker