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Honorar-Kompromiss: Ärzte "begnügen" sich mit einer Milliarde Zuschlag

Die Honorare für die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte werden im nächsten Jahr erneut deutlich steigen - allerdings geringer als gefordert. Die Krankenkassen hatten zudem eine Nullrunde durchsetzen wollen.

Die rund 150.000 niedergelassenen Ärzte in Deutschland sollen im kommenden Jahr über eine Milliarde Euro mehr verdienen. Das ist das Ergebnis der Honorarverhandlungen von Krankenkassen und Ärzten. Am kommenden Montag sollen weitere Details geklärt werden. Die Ärzte hatten mehr als zwei Milliarden Euro zusätzlich verlangt. Die Kassen wollten ursprünglich eine Nullrunde durchsetzen.

Die Kassen wurden in der Sitzung überstimmt und reagierten enttäuscht. "Die Ärzte stehen 2011 wieder vor einem Rekordhonorar und die Beitragszahler müssen das über die von der Bundesregierung beschlossene Beitragserhöhung finanzieren", kritisierte der Sprecher des Kassenverbands, Florian Lanz. "Das ist eine Lösung im Interesse der Ärzte und nicht im Interesse der Beitragszahler." In dem Verhandlungsgremium - dem Erweiterten Bewertungsausschuss - kann der unabhängige Sachverständige Jürgen Wasem mit einer Seite stimmen und so den Ausschlag geben, wenn es kein Einvernehmen gibt.

Hauptstreitpunkt war die regionale Verteilung. Wegen der zuletzt relativ geringeren Zuwächse in Süd- und Westdeutschland forderten die Ärzte hier einen größeren Aufschlag. Die Bundesregierung hatte beide Seiten zu einem Ergebnis gedrängt. Bereits 2009 war das Honorar der Praxisärzte nach Kassenangaben im Vergleich zum Vorjahr um 6,3 Prozent auf 30,8 Milliarden Euro gestiegen.

DPA / DPA
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